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DJ Hi-Tek: Hi-Teknology 3

Review:

Wenn man in der Presse-Info lesen muss, dass Hi-Tek der „most promising up & coming independent talent“ ist, muss man sich fragen ob das ernst gemeint ist oder nur Interessierte darauf aufmerksam machen soll, dass dieser Produzent einfach eine Klasse für sich ist? In der Tat ist DJ Hi-Tek ein alter Hase mit dicker Reputation.

Wenn in der Mitte einer HipHop-Produktion der Soul steht befinden wir uns in dem Metier von DJ Hi-Tek alias Tony Cotrell aus Cincinetti/Ohio.

Bereits 1996 konnte er mit seinen Beats für die Gruppe Mood auf sich aufmerksam machen. In der Ära Rawkus 1.0, die zu dieser Zeit dem Indie-HipHop zu einer wahren Renaissance verhalf, schwappte sein Talent nach oben. In New York angekommen, produzierte er für Rapper wie Talib Kweli, Mos Def, Common, Boot Camp Clikk, Royal Flush oder Phife Dawg. Darunter ein Anzahl an zeitlosen Genre-Klassikern wie „Train of Thought“ oder „Black Star“ Die weitere Karriere als anerkannte Beatschmied war 2002 dann endgültig gesichert als der Grossmeister Dr.Dre ihn in seine Produktionsteam bei Aftermath Records holte. Hier war er maßgeblich an Charts u.- Clubhits von Xzibit, Snoop Dogg, D-12, Eminem, 50 Cent & The Game beteiligt.

Schon auf dem Vorgänger seiner Trilogie bewies Hi-Tek, dass er durchaus unterscheiden kann zwischen Auftragsproduktionen und seinen eigenen Vorstellungen von anstruchsvollem HipHop. Schon auf dem zweiten Teil seiner Reihe konnte er aufzeigen dass guter R’n’B weder im Neosoul-Movement noch im Sell-out des Plastikpops untergegangen sind. Er hat auch gezeigt, dass ganz im Sinne des verstorbenen Großvisionärs J.Dilla, der Soul im HipHop der abstrakteren Sorte, nicht wiedersprüchlich in sich ist. Nein, er sollte sogar fordernd sein. Wo sich viele Produzenten dieser Tage einem der vorgegebenen, Erfolg versprechenden Schemata unterwerfen, gibt Hi-Tek seine eigene Richtung vor.

Erstaunlich ist, dass Hi-Tek in seinen Sounds ein gewisses Branding inne hat, jedoch durchaus neue hinzufügt und sich so immer wieder interessant macht. Er ignoriert die aktuelle Strömung mit Akon auf der Hook jedes zweiten Rapstars nicht. Er dreht den Spieß um. Anstatt des immer zu bis zur Schwinnsucht nölenden und hyperpräsentenAkon zu engagieren, lässt er sein Zögling Dion (z.B. auf „Step ya game up“) eine feine, beseelte Komponente trällern. Auch die Entwicklungen im Dirty South und den Charts wirkt er mit kräftigen Bounce entgegen. „Ohio Allstars“ wird ein Clubtool, dass sich vor aktuellen Hits nicht verstecken muss. Die Flexibilität diesen Mannes scheint unbegrenzt und wirkt nie künstlich. Deswegen ist es auch fast schon Tradition, dass wenn der Meister ruft auch alle gerne vorbei schauen um ein paar Gastbeiträge beizusteuern. So darf man sich nicht nur auf Soulsternchen wie Jonell oder Dion freuen, sondern auch auf schwergewichtige Rapkaliber wie der explosive Ghostface, sein immer noch unvergleichbarer Wu-Kumpel Reakwon oder M1 von den fast vergessenen Politrappern Dead Prez. Daneben ist Hi-Tek bekannt dafür, immer wieder neue Talente zu födern und ihnen auf seinen Produktionen eine Plattform zu geben. Rem Dog oder Push Montana gehören hier sicherlich zu den potentesten.

Immer wieder schafft er es unverbindlich den Hörer in die Zeiten zu beamen, in denen Rawkus noch König war. Lange her, aber viele erinnern sich ja noch gerne daran. Das Stück „Time“ mit einem mal wieder gut aufgelegten Lyrikmeister Talib Kweli bringt für Fans dieser Zeit einen massiven Hauch von nostalgischen Beats in einem Gewand, dass scheinbar nicht aus der Mode kommen kann. Seit Little Brother & Common liegt ja durchaus der Fokus, wenigstens ein bisschen, wieder in diesen Sphären.

Die typischen Hi-Tek-Komponenten aus warmen, teils jazzigen Piano und Fender Rhodes-Einlagen, gepaart mit dicken Beatkollagen findet man auf „Hi-Teknology 3“ natürlich auch wieder en Mass. Was auch dieses Release wieder ausmacht ist, dass Hi-Tek alle Seiten perfekt bedienen kann und trotzdem sich Treu bleibt. Wer schafft das heute noch?

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. Tek Intro
  • 02. Life to Me
  • 03. Interlude
  • 04. My Piano
  • 05. God's Plan
  • 06. Ohio All Stars
  • 07. Back on the Grind
  • 08. I'm Back
  • 09. Kill You
  • 10. Handling My Bizness
  • 11. Come Get It [Tekrumentals]
  • 12. Step Ya Game Up [Remix]
  • 13. Know Me
  • 14. Time
  • 15. Outtro

Releases:

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Interpret:
DJ Hi-Tek
Label:
Babygrade
Stil:
Hip Hop Soul R'n'B

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