Review

DJ Mehdi: Red, Black & Blue

DJ Mehdi: Red, Black & Blue

Review:

Diese verrückten Franzosen. Was haben sie nur die letzten Jahre die Dancefloors der Welt beeinflusst! Geht man etwas weiter zurück gab es schon Electro-Pioniere Jean-Michel Jarre in den 80ern, der neben den oft gehuldigten deutschen Helden von Kraftwerk oft nicht erwähnt wird. Dann kann man natürlich die House-Revolution der 90er Jahren rund um Daft Punk nicht vergessen. Cassius nicht ausgeschlossen. Die Gallier lieben Dance-Musik und treiben sie voran.

So hat das Label Ed Banger aus Paris die letzten Jahre deutlich gezeigt, wer die Soundkeule in Europa schwingt. Brachial ist wohl das richtig Adjektiv um die Werke des Ed-Bangertums zu umschreiben. Techno wurde als Punk-Bombe interpretiert, auf die Wurzeln von HipHop wurde sich immer wieder zurück besonnen und die Liebe zum Electro-Spiel der alten Schule, das einmal Bambataa, Cybotron oder Arabian Prince und Egypian Lover bauten, wird nie verachtet. Ed Banger ist nach wie vor eine Patchworkfamilie auf Speed. Das ist Fakt – jedoch jeder der Labelmates macht sein eigenes Ding.

Bei DJ Mehdi ist und bleibt der Weg die alten Electrofunk-Strukturen in neue Sphäre zu führen. Man kann seinen Wunsch bei jeder Produktion fühlen, dass er die B-Boys ehrt, jedoch ihre Straßenkultur in den Club drücken will. Musikalisch hat er wie kaum ein anderer das Händchen dafür. Da treffen sich bei seinen Remixwerken für Chromeo, Sebastien Tellier, Steed Lord und Etienne De Crecy die 80er und die Jetztzeit auf einem richtig satten Niveau auf der Tanzfläche um miteinander wahre Feelgood-Vibes auszutauschen. Der Boogie-Track von Staygold ist zwar dann doch etwas sehr nach hinten gerichtet – aber muss man das nicht auch können? Mehdi ist im Herzen ein B-Boy mit einem feinen Gespür dafür, was die Tanzfläche braucht. Zumindest zeigt diese Remix-Compilation, dass der 33jährige eine große Nummer ist. Er selbst bezeichnete kürzlich sein Bestreben so, dass er einmal mit der Legende Maurice Fulton auf einer Stufe stehen kann. Man kann sehr zuversichtlich sein, dass er auf einem sehr guten Weg dahin ist. Das macht alles wirklich viel Spass und gehört zu den Highlights des Winters.

Peter Hage



Trackliste:

1. " Red Black & Blue"
2. Busy P " To Protect & Entertain"
3. Joakim " Oleg dans les Bois"
4. DJ Mehdi & Fafi " Lucky Girl"
5. Etienne de Crecy " Out Of My Hands"
6. Staygold "Justify"
7. David Rubato " Circuit " (The Party' Mix)
8. New Young Pony Club "Ice Cream"
9. Holy Ghost " I Will Come Back"
10. Sam Sparro " 21st Century Life"
11. Architecture In Helsinki " In Case We Die"
12. Seb Martel " Serge Dylan"
13. Chromeo " Waiting For You"
14. Sebastien Tellier "Oh Malheur Chez O'Malley"
15. Steed Lord " Dirty Muhta"
16. Santigold "Light Gold"
17. Cassius " Feeling For You"
18. Manu Key " Si Tu savais"
19. CSS " Music Is My Hot Hot Sex"

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