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DJ Spinna: The Boogie Back: Post Disco Club Jams

Review:

Was liegt näher als für die Zusammenstellung einer Compilation mit einem Themenschwerpunkt von einem Experten machen zu lassen?! Beim Independentlabel No.1 und der Geschmackssicherungsinstitution BBE MUSIC (London/Berlin) gehört diese Tätigkeit seit mehr als zehn Jahren zur Tagesordnung. Das ist mit ein Grund, warum das Label sich neben Soul Jazz Records zu einer unverzichtbaren Bastion in der oft unkreativen und unflexiblen Musiklandschaft gemausert haben. So hat man Rare-Groove-Koryphäen, House-Götter und HipHop-Fachmänner – sie alle haben in ihren Privatarchiven nach Platten gesucht, die der werte Hörer in den meisten Fällen noch nicht besitzt, noch nicht kennt oder über alle Massen schätzt. Geballte Kompetenz selektiert bei BBE die Scheiben. Daran ist auch weiterhin nicht zu rütteln. So hat man mit dem Brooklyner Plattenjunkie, Discjockey und Produzenten Spinna einen Vertrag über fünf Compilations gemacht. Spinna holte seine Idee für die erste Folge der Fünf aus seinem unglaublichen Fundus an Platten. Gerüchte besagen er hätte weit über 300.000 Platten zu Hause herum stehen.

So widmet sich der international anerkannte und hoch respektierte Experte einer Musik ist oft als cheezy abgetan wird und etwas unterbewertet ist. Boogie nannte man im Umgangssprachlichen die tanzbare, beseelte Tanzmusik Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Die oft im Midtempo angesiedelte Grooves stellen musikhistorisch die Phase da, die man auch als Post-Disco bezeichnete und ein Vorbote für die später angeschlossene House Music galt. Vortrefflich hat Spinna sich wirklich auch nicht hinreizen lassen Discoknaller des Fachgenres der Kollgen Joey Negro oder Dimitri from Paris hier einzubauen. Exquisit ist er das Genre eingetaucht das musikalische Vorlagen für HipHop-Hymnen (z.B. „Juicy“ von Biggie Smallz) lieferten. So gibt es herrliche Bass-Spiele auf „The Bottom Line“ (South Bronx), Discofunk mit smoothen Pop („She can’t love you“ von Chemise) oder ansteckendem Beat („You can’t have it“ von Stargaze) und frühe HipHop-Tanzflächenbretter („Salsa Rhapsody“ von Modern Romance). Das ist alles sehr geschmeidig und dokumentiert eine Zeit die eigentlich sehr selten erwähnt wird. Hört man sich die hier versammelten Clubjams am Stück an merkt man wie prädestiniert diese Stücke für ein Warm-Up zu einer Party taugen und gleichzeitig auch selbst zu Prime-Time funktionieren und in eine vergangene Zeit beamen können. Weil das oft sehr cheezy ist, können vor allem die Funk-Heads ziemlich wenig damit anfangen. Wer jedoch die 80er Jahre- Sounds in ihrer Vielfalt als Fundament der zeitgenössischen Clubmusik sieht, hat hier Musik die keiner Reputation mehr bedarf. Um so schöner ist es, dass Spinna darauf verzichtet hat vermeitliche Gassenhauer dieser Gattung hier zu versammeln.

Peter Hagen

Platte erscheint am 20.11.2009 limitiert als 3fach Vinyl, CD und Download!

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Interpret:
DJ Spinna
Label:
BBE / Alive
Stil:
Soul Funk Disco R'n'B Dub Pop

Als Vinyl kaufen



Community


2 Kommentare

Cooles Ding, aber trotzdem lustig, dass die "ernsten" Musikliebhaber einen "neuen" (sprich: anderen) Namen brauchen, um DISCO auch offiziell lieben zu können. ;-)

 
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von Martin
vor 246 Tagen

Ich glaube, dass viele unter Disco doch das Zeug zwischen 78 und 81 meinen. Sowie viele unter Disco auch ABBA und Konsorten verorten.

 
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von Nano
vor 246 Tagen

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