Review

DJ Vadim: U can’t lurn imaginashun

DJ Vadim: U can't lurn imaginashun

Was wäre HipHop ohne die Freigeistigkeit eines DJ Vadim? Es würde in der Tat etwas fehlen. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass der Exil-Russe und Wahl-Londoner die Krebskrankheit überstanden hat und zugleich ein neues Album vorlegt. Produktiv ist Vadim auf alle Fälle. Hat er doch erst letztes Jahr „The Soundcatcher“ und vor vier Jahren sein Bandprojekt One Self die Tiefen des HipHop als Soundtrack bzw. Reise in eine eigene, teils trippy Welt raus gehauen. Vadim will überhaupt nichts mit Genrereglements zu tun haben. Er hat, seit den glorreichen Ninja Tune Tage Mitte der Neunziger, schon immer den HipHop so definiert wie er das wollte. Seine musikalischen Ausflüge wurden deshalb auch oft unter TripHop oder Downbeat geführt.

Seine Kreativität und Freizügigkeit machen ihn als Künstler aus. Dieser Produzent ist kein Hitlieferant, aber eine Sure Shot wenn es um Platten geht, die einem entweder wie früher mit auf eine Reise nehmen wollen, oder wie aktuell ein wenig gehörten Ansatz von Variationen innerhalb dem Großbegriff HIPHOP vorstellen wollen. Vadim ist und bleibt eine Architekt für Open-Minded-Beats. Hier ein Flirt mit Afrobeat, dort eine heftige Affaire mit Dancehall aus dem Londoner Untergrund. Hier ein Soulsample und dort ein Streicher eingeflochten. Und wie seine Botschaft auch direkt im Albumtitel verrät, kann man diese Vorstellungskraft etwas Eigenständiges, ja vielleicht Visionäres zu schaffen nicht erlernen. Entweder man hat es oder eben nicht. Vadim hat offenkundig sehr viel davon ohne ein Spektakel des oft beschworenen „next level“ hier zu veranstalten. Das ist einfach sehr, sehr gute Musik die jederzeit offen legt, dass die HipHop liebt und spannend findet – und nicht gegen Elektro aus Mangel an Alternativen eintauschen muss.

Peter Hagen

Veröffentlicht am

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>