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Don Adams - Watts happening

Review:

Wenn man den ersten Klängen von ,,Watts happening" von Don Adams lauscht wird man sofort an den eindringlichen Soul eines Otis Redding erinnert. Eingepackt in eine Musik, die damals den Begriff ,,Rhythm & Blues" noch ehrenvoll behandelte. Es scheint Lichtjahre her zu sein, als sich R'n'B noch darüber definierte, die Hörerschaft aus ihrem Alltag zu entführen. Eine Entführung aus leidenschaftlicher Darbietung, authentischen und intensiven Texten sowie einer musikalischen Substanz die eben nicht nur einem populär-erprobten Erfolgsmodell folgte. In den 60er und 70er gab es nicht nur genügend von dem heute schmerzlich vermissten Soundmaterial, sondern auch einige Scheiben die besondere Subsparten wundervoll präsentierten. Dieses von Sonorama wiederentdeckte, mir gerade vorliegende Re-Release von ,,Watts happening" ist so ein Paradebeispiel für ,,Blue eyed Soul" aber auch noch für viel mehr. Diese vergessene Platte wurde nicht nur in München aufgenommen und von der Legende Hans Wewerka produziert. Sie hat auch feinste Nuancen die aufzeigen dass 1969 im Süden Deutschlands Soul & Jazz sich so souverän die Hand gaben

und es unerklärlich ist, dass so ein grossartiges Stück Musik in den Wewerka-Archiven verschwand und bisher nicht erhältlich war. Dass neben dem ganz heissen Scheiss aus Motown hier ein wirkliches Meisterwerk in der Hochzeit des Soul entstanden war und nie wirklich das Tageslicht bzw. mit der Öffentlichkeit geteilt wurde - ist schlicht unglaublich. Die Hauskapelle Wewerka's umfasste die begnadeten Musiker Lothar Meid, Olaf Kübler und Dusko Goykovich - die maßgeblichen Anteil an der Genialität der Platten haben.

Neben der Verbindung mit Jazz, hat es diese Truppe geschafft einen noch viel grösseren Bogen zu anderen (schwarzen) Genres zu schlagen. ,,Don't talk to me" schwitzt heftig zum Delta-Blues während auf ,,E'vry Minute E'vry Hour" die Hommage an Otis Redding die zeit zurück dreht.

Warum Adams wollte, dass sein Aufeinandertreffen mit einigen der damals genialsten europäischen Musikern dann nach den ,,Watts Riots" (Rassenunruhen in Los Angeles 1965) benannte wird, ist wohl den meisten bis heute ein Rätsel. Attitüde hat dem Soul ja bekanntlich noch nie gefehlt bzw. geschadet. Gil-Scott Heron oder Curtis Mayfield haben das ja auch verkörpert. Zudem war Adams Schotte und stammte aus Glasgow. Das stört jedoch keine Weges - den für diese Stimme muss man nicht aus Detroit oder Philadelphia kommen um gehört zu werden (wie auch die passenden Musik dazu). Auch wenn es fast 40 Jahre später passiert. Hoffentlich aber jetzt passiert.

Peter Hagen (Jazzriots)

Tracks:

  • 01. I Can't Stand Living Without Her
  • 02. Yesterday hero
  • 03. Home Again Hello
  • 04. Where Are We Bound
  • 05. Ev'ry Minute, Ev'ry Hour (Instrumental)
  • 06. Rest My Soul
  • 07. That Feeling Is Gone
  • 08. Don't Talk To Me
  • 09. Soap Bubbles
  • 10. Look Into Mirror
  • 11. What Have You Done
  • 12. Ev'ry Minute, Ev'ry Hour
  • 13. The Waves Are High Today
  • 14. Home Again Hello (1972 Version)

Releases:

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Interpret:
Don Adams
Label:
Sonorama Records
Stil:
Jazz Soul

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