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Dunkelbunt: Raindrops and elephants

Review:

Den Anspruch, jemanden musikalisch an die Hand zu nehmen und auf eine Reise mitzunehmen haben viele Produzenten und Musiker. Die Problematik liegt hier wohl auch oft darin, dass man verängstigt ist dabei kein richtiges Trademark hinterlassen zu können, damit man diesen Sound auch immer wieder erkennt. Weißt man freigeistlicher Weise diese Ängste einfach mal von sich und versucht wirklich ungezwungen den werten Hörer wirklich zu entführen – muss man sehr viel Mut beweisen. Diese Courage zu, nennen wir es mal „Global Beats“, entwickeln zu können muss man sich nicht nur mit den verschieden Rhythmen der Welt auskennen, sondern auch die Dogmen der Weltmusik überwinden.

Der in Hamburg geborene Musiker und DJ Ulf Lindemann sticht aus dem schier unübersichtlich gewordenen Markt an Kreativkräften weltweit hervor weil der die Fähigkeiten und die Überzeugung in seine Klangwerke einbauen kann. Das macht ihn und seine Projekt Dunkelbunt so speziell und genial. In einem unglaublich umfangreichen Sammelsurium an Stilen fand er seine Mitte und seinen Sound ohne eine ganz bestimmt Richtung anvisiert zu haben. Frisch und unverbohrt geht er der Strategie nach Reggae, Dub oder Dancehall mit anfangs sehr verwirrend und kontraproduktiv wirkende Genre wie Klezmer, Gipsy Jazz oder Balkan-Polka zu mischen. Orientalische Klänge oder südamerikanische Elemente aus Tango oder Flamenco werden genauso wenig ausgeschlossen wie irgendwelche Geschwindigkeitsvorgaben. Hier wollte jemand kein weitere Lounge / Chillout-Album mit Weltmusikanleihen der Welt schenken, die davon mehr als genügend hat. Das schließt jedoch nicht aus, dass das hervorragende Kaffeehaus & Barbeschallung ist. Traditionelle und organische Musik stiftet hier im Kontext elektronischer Ausweitungen keine Unruhe. Auch wenn das alles einen feinen und sehr sehr spannenden roten Faden hat, wass er auf „Raindrops and Elephants“ präsentiert, muss man seine massiv pumpende Remixversion von Watcha Clan’s „Balkan Qoulou“ hervorheben. Was für ein Clubmover, der wohl HipHopper, Dancehalljunkies und Downbeat-Freestyle gleichermaßen begeistern wird. Ich hoffe in eine paar Monaten wird man über diese Scheibe schreiben, dass sie eine Initialzündung für die Befreiung aus der Monotonie der zeitgenössischen Clubsounds zwischen unerträglichem Electrotrash, langweiligen Autotune-verseuchten Synthie-HipPop und seelenlosen Techno.

Peter Hagen

Release erscheint auf Vinyl, CD und als Download!

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