Review

Electric Wire Hustle: Dito

Electric Wire Hustle: Dito

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Mara TK, Myele Manzanza, Taay Ninh. Diese Namen sollte man sich merken. Hinter diesen Namen stehen drei Neu-Seeländer die seit 2009 für überraschtes Staunen und große Bewunderung weltweit sorgen. Schuld daran ist sicherlich auch Gilles Peterson’s liebevoll zusammengestellte Reihe „Brownswood Blubblers“, die detailverliebt auf Insidertipps von DJs und Radioaktivisten hinweist. Dort befand sich letztes Jahr ein Track des Trios aus dem Land der Kiwis und sorgte richtig für Wirbel.

Nicht wenige dachten: Wer zum Henker verbindet hier hochwertiges Songwriting mit den Beatwelten der Sozialisation eine J Dilla? Wie zum Teufel bekommt man eine so moderne und geschmeidige Definition des ergreifenden Soul der 1970er eines Al Green gebacken?

Der gerade selbst gehypte Groovegott Damn-Funk äußerte sich genauso euphorisch über die Kollegen vom anderen Ende der Welt wie Japan DJ-Guru Krush oder der Stones Throw-Master Peanutt Butter Wulf. Was ist nur so faszinierend an den Newcomern dass sie in so kurzer Zeit so viel Reputation für sich in Anspruch nehmen dürfen?

Electric Wire Hustle entwirft ein sehr Fusion aus HipHop, Jazz und Soul. Dessen Anmut und vor allem die Tiefe man gerne mit dem aktuellen everybodys darling Jose James vergleichen darf. Der musikalische Guide hinter dem Projekt heisst Tay Ninh, der bereits seine „Pacific Soul“ mit der Band Solaa vor drei Jahren um den Globus schickte und damit insgeheim das ankündigte, was hier zu dann doch sehr überraschend zu etwas sehr Großen geworden ist.

Die drei Multiinstrumentalisten bringen den Neosoul („Waters) und die HipHop-Beatwelten eines Pete Rock („Thank you Steve“) oder auch J Dilla („Buy some land“) auf eine Ebene, die sehr viel Raum für den Kern der Musik, den Soul, lässt. Wenn es auf „Long time“ croont muss man sagen, diese Sänger, diese Musiker, diese Produzenten und diese Rapper arbeiten sehr intuitiv ihren ganz eigenen Vibe herraus, der unüberhörbar von Leuten wie Steve Spacek, Curtis Mayfield, D’angelo oder den Sa-Ra Creative Partners inspiriert ist – und das bürgt für hohe Qualität und Musikalität, die seine Ursprungsquelle eindeutig im Soul hat. Das hier ist viel mehr London, Detroit und Philly als man je für möglich gehalten hätte. Aber wenn interessiert das schon, wenn man so eine grandiose Platte serviert bekommt. Hier haben wir wohl die größte Überraschung der Saison und einen absoluten Pflichtkauf.

Peter Hagen


1 Kommentar

  1. kann mich nur 100%tig anschließen! und noch was: die sind auch live der oberknaller, unbedingt anschauen. reduziert, intensiv, emotional

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