Review

Elzhi: The Preface

Elzhi: The Preface

CD-Release vom 29.08.08! Vinyl jetzt erhältlich!

Detroit – und immer wieder diese so starke Liebe zu derben Raps, die umhüllt von beseelten Beats jetzt seit Mitte der Neunziger Jahren HipHop ihren ganz spezielle Stempel aufgedrückt haben und seitdem nie mehr irrelevant für die ganze Kultur geworden ist. Auch wenn der berühmteste Sohn der Stadt mit der 8 Mile-Teilung natürlich Eminem ist, verbindet man automatisch Detroit HipHop mit Slum Village. Nicht weil das Mastermind Dilla die visionären Grundrisse des musikalischen Hintergrunds hier anfangs schmiedete, sondern weil Slum Village durch und durch Motown repräsentieren und ihre ganze eigene Kunst daraus gemacht haben.

Ihnen ist es zu verdanken dass man auch HipHop aus einer Stadt kennt, die zu allererst mal für Soul und dann für Techno ganze Grenzen einriss um neue innovative Sphären zu erreichen. Und DJ Jazzy Jeff hat das auch ganz zu Recht in einem Interview erwähnt, dass hier die unabhängigste und markanteste Strömung innerhalb von HipHop entstand. Das Zurückgelehnte der Westküste vereinigten sie zu der Boom Bap-Ästhetik des Ostens und führten HipHop in eine Phase, in der die 70er-Affinität zum Soul der alten Schule wieder saloonfähig wurde. NeoSoul war bei Slum Village keine Fremdkörper, sondern ein Teil der ganz besonderen Art HipHop zu machen. Die Szene in Detroit erfährt dieser Tage wieder mehr und mehr Aufwind nachdem sie einige ihrer Leitfiguren verloren hatten.

Nun gibt es mit Black Milk oder Waajeed auch wieder Leute die präzise Bomben moderner Post-Dilla-Sounds durch den Untergrund blasen und eine Armada von alten (Phat Kat, Royce da 5’9) und neuen Generation (Buff1, Gulity Simpson) wieder den unvergleichlichen Detroit Sound neu definieren. Natürlich kommen dann auch die Meister der Klasse zurück. „The Preface“, das neue Solowerk des einen Drittels der ehemals Meilenstein bastelten Detroiter. Zu erwarten war es wohl nicht, dass dieses Album ein Überbrett wird. Waren doch die letzten wirklich brachialen Detroit-Bretter von SV nur noch sporadisch. Jedoch ist „The Preface“ eine Komplettversorgung an großartiger, detailverliebter Detroitmucke die alles beinhaltet was der werte HipHop-Fan seit über 10 Jahren liebt. Ich denke aus das gerade Elzhi ein Level erreicht hat, an dem er wie Kollege Q-Tip (A Tribe Called Quest) einfach nicht mehr anders kann als zeitlosen Shit zu bauen, der sehr wohl einen hohen lyrischen und musikalischen Anspruch hat. Jeder der 16 Tracks beinhaltet Hochprozentiges jeweils auf seine ganz spezielle Weise. Meine Damen und Herren, davon kann Busta Rhymes nur träumen: A fucking Classic.

Peter Hagen

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