Aus der Nähe zu Jazzikone und Freigeist Miles Davis hat er nie einen Hehl gemacht. Der Franzose sieht sich selbst in einem ähnlichen Feld wirken und strebt so seinem Idol auch nach in dem er kontinuierlich am Experimentieren ist. Ähnlich wie bei seinem großen Vorbild hat er schon so einige Puristen gegen sich aufgebracht. Grenzen werden bei Truffaz zu Fusionen. Er möchte sich nicht auf ein bestimmtes Feld versteifen bzw. einschränken lassen. So gab es durch aus schon sehr abstrakte Kombinationen zwischen HipHop, Drum’n’Bass, Word Music oder Elektronika mit seinem einzigartigen Gespür neue Welten zu schaffen. Den Geschmack der Avantgarde scheint er immer wieder tangieren zu können. Seine Alben verkauften sich prächtig und brachten ihm 1996 auch einen Deal beim Kultlabel Blue Note Records ein. Der passionierte Trompeter verkaufte auch hier fast eine halbe Million Platten. Truffaz betont auch immer wieder, dass sein Inspiration das Reisen, respektiv das Touren ist. Weltweit kann er so neue Impulse aufsaugen und in weiteren Kompositionen verarbeiten. Drei dieser inspirierenden Konzerte die diese Prozesse dokumentieren sind die jetzt erhältlichen Aufnahmen von den Konzerten in Paris, Mexico und Benares (Indien). Nicht nur drei verschiedenen Kontinente stehen Truffaz hier als Herausforderung gegenüber, sondern auch drei verschiedene Kulturen. Dort entstanden die hoch spannenden Kollaboration zwischen Beatboxer Sly Johnson (Paris), Electronica-Bastler Murcof (Mexico) und Folklorekünstler Indrani & Apurba Mkherjee (Indien). Diese drei Aufnahmen zeigen imposant wie die verschiedenen künstlerischen Ansätzen und Sozialisationen unter der Feder Truffaz’ zu einer fantastischen Symbiose verschmelzen. Berührungsängste gab es hier nicht und vielleicht entstand deshalb so etwas Besonderes. Das 3CD-Set erscheint in einem opulenten Digipack, mit Bonusmaterial und 12-seitigem Booklet in limitierter Auflage. Watch out.
Peter Hagen