Gleich der erste Song dieses beachtenswerten Albums ist so schön, dass ich beim hören ein bisschen weinen musste. Naja, nicht so richtig Weinen-weinen, dazu ist der Rezensent zu alt und wohl auch zu zynisch. Mehr so ein gefühltes Weinen, so ein aufatmen nach dem Motto: Endlich wird mal wieder alles gut! Der Singer/Songwriter aus Potsdam (New York, nicht Brandenburg!) ist nach etlichen künstlerischen und geografischen Irrungen und Wirrungen da gelandet, wo es den Potsdamer an sich und den Ami überhaupt gerne hintreibt:
Berlin! Und da hat Erik Penny, zusammen mit Musikern, die er in dieser Stadt kennen lernte, ein ganz grandioses Album hingelegt. Neben dem schlaksigen Typ mit der Nerdbrille und der überraschend männlichen Stimme sind auch Drummer Sebastian Madsen (Madsen), Cellistin Frederique Labbow (Die Happy) und Gabriel Gordon (Natalie Merchant, Roachford) zu hören. Und nicht zuletzt war auch noch 09-Entdeckung Mocky (Feist, Jamie Lidell, Gonzales) mit im Studio. Heraus gekommen ist bei dieser kreativen Kollaboration hochklassiger Radiopop im weiten Feld zwischen Reamonn und Milow, zugängig, aber nicht mainstreamig, empfindsam, aber nicht weinerlich. Womit wir wieder beim Anfang wären: Wenn „Bend“ nicht eines der großen Alben 2010 werden würde, das wäre echt zum heulen…
Jo Neckermann