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Erykah Badu: New Amerykah Part 2: Return Of The Ankh

Review:

Erykah Badu, ist und bleibt ein Phänomen. Und das ist wohl auch der Grund, warum sie von vielen Menschen gehört und gemocht wird. Diese Frau ist so conscious und zugleich unweigerlich durchgebrannt. Sie ist lebt definitiv auf ihrem eigenen Planet, und bei jedem Atemzug auf der Bühne merkt man wie bodenständig sie ist. Das hat ihr auch den Ruf einer Königin der neueren Soulbewegungen (Don’t call it NeoSoul) eingebracht. Wie volksnah diese Grande Dame ist, hat sie oft genug gezeigt. Das spiegelt sich oft auch in ihren Texten. Diese sind auch wieder und immer wieder eine Paradoxon – auf der einen Seite erzählt sie Geschichten aus dem Leben und von der Liebe, die jeder kennt. Auf der anderen Seite ist vieles kosmisch und mit diesem oft verwirrenden süßen Weedgeschmack versehen. Die Vergleiche mit Billie Holiday werden ihr nur wegen ihrer Stimme gerecht. Wenn sie losträllert, hat sie etwas Erhabenes und zugleich Geheimnisvolles – eben einen Style, den sonst niemand hat. Individualität und Kreativität, Soul der 70er und HipHop der 90er – Madame Badu wusste bisher immer viele Seiten zu vereinen. Charismatisch und die gewisse Dosis ausgeflippt zu sein, begeistert die Fans der Texanerin. Gerade an dem Punkt, wo sie etwas von ihrer Magie verloren hatte, kam sie mit dem ersten Teil ihrer „Emerykah“-Trilogie um die Ecke. Nach wie vor ist hier alle nicht konform zu den R'n'B-Magneten wie Rhianna etc. und hebt sich deshalb auch so schön geschmeidig davon bzw. distanziert sich geschmackvoll.

Nun ist der zweite Teil ihrer neuen Reihe da. Kritik an Kriegstreiberei, Ghettoromantikverherrlichungen oder Materialismus trifft wieder einmal in einer abgefahrenen, ganz eigenen Version von Soul. Spirituell mit dem Geruch von Straßen swingt sie irgendwo zwischen altem Jazz, schmutzigem Funk und geerdetem HipHop durch ihre eigene Welt, die seit „on and on“ aus dem Jahre 1997 nichts an Charme verloren hat. Wer sie damals nicht fühlte, wird es heute, vier Alben später auch nicht mehr tun. Das liegt wohl auch daran, dass sie nichts an ihrem Stil verändert hat. Kann man ihr das negativ auslegen? Ich denke nicht, weil er ein Album zum hineinlegen ist. Und das kann man heute nicht mehr über viele Alben sagen. Musikalisch sorgten neben ihrer Majestät persönlich, viele alte Bekannte dafür, dass es so klingt wie immer. Da haben die von ihr oft genug geschätzten Sa-Ra Creative-Partners (respektiv Shafiq Husayn), Dilla & Riggins, Madlib, Georgia Anne Muldrow, James Poyer und 9th Wonder wieder alles richtig gemacht. Und wieder einmal kann man sagen, dass auf dem Album kein Hit ist, das Album an sich jedoch einer ist. Know what I mean?

Peter Hagen

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Interpret:
Erykah Badu
Label:
Motown
Stil:
Jazz Soul Funk R'n'B

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