Wenn es ein Label gibt, dass für Kontinuität und Qualität mit einem ordentlicher Portion „Keep it Real“ steht, dann ist das TRES Records aus Kalifornien. Auch wenn alles von dem großen Indie-Bruder Stones Throw spricht hat sich das kleine, unabhängige Label in den letzten Jahren einen Namen für hochwertige HipHop-Mucke gemacht die nach wie vor mit jedem Release Spaß macht. Hört man genauer hin handelt es sich nur von der strukturellen und kommerziellen Größe hier von einem kleinen Imprint. Inhaltlich und kulturrelevant ist das hier so sehr ausdefiniert, aussagekräftig und passioniert, dass man durchaus von einer Backpacker-Institution sprechen muss. Der „Keep it Real“-Faktor mit all seinen Werten der alten Schule wird hier nicht nur propagiert, sondern auch umgesetzt. Hörbar haben die Protagonisten sehr unverkrampft sehr viel Spaß an ihrer Kunst. Esq & Chikaramanga haben sich wohl gesucht und gefunden. Ihr Kollaboration ist ein Aufeinandertreffen von zwei HipHop-Verrückten die ihre Lektion gelernt haben und mit jedem Ton für die Kultur leben. Schon beim Titelstück „The Succession“ zelebrieren sie, dass klassicher Golden-Ära-Shit wie DJ Polo & Kool G Rap den Ausgang und die Zielgerade vorgeben. Das ganze Album ist Boom Bap aus vergangener Zeit mit so viel alter Schule, dass einem zwischendurch schwindelig wie bei 12 Headspins werden kann. Altbacken ist das hier alles sicherlich. Verstaubt oder langweilig jedoch nicht. Frisch gehaltene und teilweise wirklich schön auf die Jetztzeit bezogene „Back in the days“-Mucke. Letztlich ist es die im Kern zu findende und überall herausleuchtende die Individualität dieser Scheibe, die das ganze zu etwas Besonderem macht und extrem unterhaltsam ist. Sp-12, MPC 60 und eine S3000, alles altehrwürdiges Equipement vor der digitalen Revolution, wurde hier genutzt um den unverkennbaren, klassischen Sound zu produzieren. Die Partytauglichkeit muss man bei diesem Jam nie in Frage stellen. Hier haben zwei Liebhaber die 1980er und 1990er reflektiert und sehr bunt gemischt in ihren eigenen Kontext gezogen. Wenn das The Roots machen jubelt sogar der vergreiste Rolling Stone. Warum hier nicht? Die Platten hätte Aufmerksamkeit und Rezensionen in großen Blättern verdient.
Peter Hagen