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Fanfare Ciocarlia: LIVE

Fanfare Ciocarlia: LIVE

Nicht nur die Musik- und Kulturinteressierten die Ost- und Südosteuropa bereits bereisten ist es wohl kaum entgangen, dass sich die Klänge des Ostblocks und Balkans hier in der Clublandschaft und vor allem im Partyleben etabliert haben. Was überall unter dem von Shantel und seinem Bucovina-Movement verbreiteten Sound als „Balkan Beat“ verortet wird, ist jedoch wie so oft nur an der Oberfläche gekratzt. Die explosive Mischungen der Brass Bands haben auch hier gibt es Unterschiede. Abgesehen davon, dass es nicht wichtig ist zu wissen dass es hier Abweichungen und Verschiedenheiten gibt, ist trotzdem nicht alles Balkan Beat – weil die Komponente der hinzukommenden programmierten Beats fehlt. So gibt es von der rumänischen Kapelle Fanfare Ciocarlia das Authentische und Handgemachte. Die Band gilt als Live-Erlebnis schlechthin und hat dies auch seit dem Fall des Eisernen Vorhangs weltweit schon unter Beweis gestellt. Die Blechblas-Sprengkraft hat man nun auch auf Plastik gepresst um allen, die bisher keine Gelegenheit hatten sie live zu erleben, zu beglücken. 16 Songs zeigen den rhythmischen Virus wie er sich von Song zu Song ausbreitet und die Stimmung euphorisiert. Ansteckungsgefahr ist ungemein hoch, vor allem auch weil die Mischung aus Klezmer, Polka, Jazz und Gipsy Sound die traditionelle Folkore nun allgemein im „World Dance / World Music“ Kontext endlich wahrgenommen und gefeiert wird. Den direkten Jazz-Bezug gibt es mit dem skurill-schönen Gershwin-Cover „Summertime“, auf „Lume Lume“ gibt es askreine Marachi-Trompeten und auf „Presentare“ sowie „So te kerau“ gibt es kein Halten mehr. Als Schmankerl gibt es eine DVD dazu, auf der das Konzert in der Kulturbrauerei in Berlin zu sehen ist sowie eine Dokumentation über die Geschichte der Band. Hepppah!

Peter Hagen

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