Fat Freddys Drop: Dr.Boondigga & The Big BW
Review:
In der heutigen Zeit kann man es schon fast als Phänomen bezeichnen wenn eine Kombo wie Fat Freddys Drop fast 150.000 Einheiten von ihrem Debütalbum „Based on a true story“ verkaufen – und das mit einem Potpüree aus traditionellen West-Indies-Klangbauten, Jazz, Reggae, Dub, HipHop und einer gehörigen Portion Soul.
Die Neu-Seeländer haben in Australien und ihrer Heimat inzwischen Kultstatus und sind durch 8-faches Platin inzwischen das musikalische Aushängeschild der Insel. Seit das Band-Mastermind (Produzent und Sänger) Joe Dukie mit DJ Fichie 2003 über das Berliner Label Best Seven die 12inch „Midnight Marauders“ unters Volk feuerte, weiss man auch in Europa von ihrer geschmeidigen Art Musik zu spielen. Die Jazzanova-DJs sowie der weltweite eklektische Zirkel zwischen Gilles Peterson, Michael Rütten und Mad Mats sorgten für weitere Reputation.
Es folgten gefeierte Festivalauftritte und Konzerte auf der ganzen Welt. Die neuseeländischen Soundbotschafter schienen mit ihrer gelassenen Art und ihrem charismatischen, einzigartigen Groove eine Lücke geschlossen zu haben, die man vorher scheinbar nicht kannte. In der Mischung liegt die Kraft.
Das starke Branding der Band tragen sie auch im Jahre 2009 weiter. Auf ihrem von Vielen lang ersehnten Zweitling „Dr. Boomdigga & The Big BW“ bleiben sie sich treu und spielen die Freiräume wieder voll aus. Reggae-Affines flirtet hier etwas stärker als vorher mit Electronica und dokumentiert den kreativen Freigeist der Gruppe auf den neun neuen Songs. Tunes wie „Shiverman“ zeigen, dass es immer wieder neue Wege für die Kapelle zu beschreiten gibt und dass man nach wie vor keine Sphären scheut. House-DJ dürften an „Shiverman“ durchaus ihr Warm-Up-Freude haben. Reggae von den West-Indies reicht lange nicht mehr aus. Die Fusionen stehen im Vordergrund und haben eines immer sicher im Mittelpunkt: Harmonischer Soul. Umwickelt mit den typischen Bläsersätzen („Boondigga“) und bassverliebte Dubspielerein („The Raft“) liefern sie eine spannende Platte ab, an der man diesen Sommer und auch danach nicht vorbei kommen wird wenn man gute Musik schätzt.
Die Musik des flotten Siebeners ist weiterhin sommerlich frisch und unabhängig von Marketingstrategien und Kalkül. Man darf sogar schwer davon ausgehen, dass dieses Werk in einigen Jahresbestenlisten auftauchen wird.
Peter Hagen
Releases:
- Fat Freddy S Drop: Dr Boondigga & the Big Bw, VÖ: 21. Mai 2009







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