„Global Beat“ ist einer der neue Begriffe in der Musiklandschaft die so mancher nicht einordnen kann – jedoch liegt genau darin die Erklärung: es bedeutet nicht weniger als die Zusammenführung von Musikstilen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt, aus den verschiedensten Epochen. Tradition und Moderne in einem Aufwasch. Für manchen etwas zu viel – für viele die spannensten Fusionswerk die es zur Zeit zu entdecken gibt und nicht nur die Partys der Großstädte als Alternative zu dem Überangebot an Minimal-Parties darstellen.
Dabei gibt es gerade in unendlichen Sphären der Soundclouds unzählige Entwürfe die sich auf den Clubkontext akzentuieren, neben den vielen kreativen Auswürfen von Untergrundproduzenten die mit echten Musikern diese ultimativen Fusionen auf die Bühnen der Welt bringen. Der Londoner Adian Love hat bereits vor 15 Jahren diese Visionen primär auf seinem heimischen Keyboard und Computer entwickelt und nun mit einer Band weitergedacht. Dabei herausgekommen ist ein ansteckender, hochwertiger Rhythmusmix aus Balkan Folklore, Orientalen Klängen, Klezmer, Reggae bzw. Dubvibes und elektronischen Beats mit der Affinität zu leicht verdaulichem Drum’n’Bass („Last Band Standing“). Dabei ist es sehr angenehm das die Combo nicht über die ganze Albumlänge versucht ein rein Festival taugliches Programm zu darbieten, sondern sich auch gerne ihrer musikalischen Sozialisation der Wiener Melange der Downbeat-90er um Kruder & Dorfmeister hingeben („Bosphorus Blues“). Diese Werk reiht sich problemlos in Reihe großartiger Alben Dunkelbunt, Watcha Clan, Shantel oder Dela Dap ein.
Peter Hagen