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Freddie Hubbard: Without a Song (Live in Europe 1969)

Freddie Hubbard: Without a Song (Live in Europe 1969)

Die Schätze in den Tiefen des Archivs des wohl bekanntesten Jazzlabels der Welt, Blue Note Records, kann man nur erahnen. Schön, dass sich das Label immer wieder die Mühe macht, und einige Perlen hier hervor bringt und digitalisiert wieder veröffentlicht.

Freddie Hubbard führt mit diesen Live-Mitschnitten der Europa-Gigs aus dem Jahr 1969 und 1970 eine Serie weiter, in der bereits legendäre Aufnahmen von großen und einflussreichen Musikern wie Thelonious Monk, Eric Dolphy, John Coltrane oder Charles Mingus den Weg aus den dunklen Kammern des Blue Note Records Schranks gefunden haben.

Die hier zu findenden sieben Stücke sind zusammen und vollständig noch nie veröffentlicht worden. Die vor fast 40 Jahren erschiene Compilation „Jazz Waves“ zur damaligen Europatour wurde so konzipiert, dass auch andere Größen wie Kenny Burrell oder Jimmy Griffin mit ihren Livemitschnitten hier Platz fanden. Die kompletten Konzerte der einzelnen Künstler fielen jedoch ins Archiv und schlummerten dort bis Hubbard selbst darauf drang, diese vergessenen, fantastischen Konzertaufnahmen wieder zu veröffentlichen.

„Without a song“ ist eine Hommage an einen begnadeten Jazztrompeter, von dessen Art es nur wenige gab. 2008 starb Hubbard im Alter von 70 Jahren und hinterlässt ein musikalisches Erbe deren gleichen man vergeblich suchen wird. Der Ausnahmekünstler war sehr früh in seiner Karriere durchgestartet und konnte bis zu dem Zeitpunkt dieser Aufnahmen 5 Alben auf Blue Note veröffentlichen, die allesamt als Klassiker gehandelt werden. Er wird heute als eine der aktivsten Hard-Bob-Künstler angesehen die vor allem in den 60ern eine Revolution im Jazz mit voran trieben – auch wenn John Coltrane, Miles Davis oder Art Barkley mehr Ruhm ernteten. Hubbard arbeitete gleich in seinen Anfangsjahren an epochalen Werken wie „Free Jazz: A Collective Improvisation“ mit Ornette Coleman und konnte vor seinen Solowerken bei Art Barley Jazz Messanger musikalische Geschichte mitschreiben.

Viel populärer und markanter im kollektiven Jazzgedächtnis war Hubbard in den 70er Jahren für seine Crossover bzw. Fusionwerke. Hier arbeite er sehr erfolgreich mit Herbie Hancock, Wayne Shorter, Issack Hayes, George Benson oder Ron Carter.

„Without a song (Live in Europe 1969) erinnert an den frühen, aktivistischen und leidenschaftlichen Hard-Bob-Spieler.

Peter Hagen

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