Freeway & Jake One: The Stimulus Package
Review:
Ein großer HipHop-Zug rollt von Philly in Welt hinaus. Der Lockführer nennt sich Freeway und gehört zweifellos zu der Sorte MCs die mal als meist „unterschätzt“ einstufen kann. Dabei stand alles auf Vollgas bei dem Mann mit dem Talibanbart als er seine Karriere startete und er von Hova zu einem Roc-a-Fella-Soldat geadelt wurde. Vielleicht ist es seinem Umfeld zu verdanken, dass er heute schlicht zu den besten MCs im Spiel gehört. Wer neben Jay-Z, Memphis Bleek und Beanie Sigel beachtet werden will muss lyrisch bestechen können, einen außergewöhnlichen Flow haben und eine markante Stimme. Freeway hat sein Talent kontinuierlich ausgebaut. Der Gold-Status seine Debüts „Philadelphia Freeway“ brachte ihm zwar den gewünschten kommerziellen Erfolg und viel Respektbekundungen von angesehen Kollegen – im Rapolymp ist er, analog den Kollegen AZ oder Royce da 5’9, noch nicht erhoben worden. Das sollte sich mit der Elefantenhochzeit mit dem zum Super-Produer Jake One jetzt ändern.
„The Stimulus Package“ ist eine Symbiose wie man sie aus der altehrwürdigen HipHop-Tradition kennt. Hier gibt es ein scheinbar blindes Verständnis des Beatschmied und des Microphonchecker – ein Konzept das Rakim & Eric B., CL & Pete Rock oder Premo & Guru einst perfektionierten und die damit verbundenen Qualitätsmesslatte für Duos sehr hoch hängten. Das Konzept hat aber wieder Konjunktur. Der Kanadische Neo-Boom-Bap-ler Marco Polo und der New Yorker Nachwuchs-Rapper Torae machten es ja 2009 vor – ein MC kann alles aus sich herausholen wenn er den passenden Beatteppich ausgebreitet bekommt.
Jake One hat bereits für 50 Cent und G-Unit-Familie gezeigt dass er kein 08/15-Beatschrauber ist. Mit seine Debüt „Whtie Van Music“ hat er gezeigt, dass man musikalisch in der heutigen Zeit zeitgenössische Sounds und traditionelle Beatkollagen nicht konträr zueinander entwickeln muss, sondern sie durchaus kombinieren kann. So ist „Follow my moves“ (mit Birdman) ein Song der in das aktuellen Soundgeschehen von HipHop reinpasst und dem allgemeinen State of the Art entspricht – sich gegenüber den Boom-Bap-Klopfer mit feinsten Soulsampling überhaupt nicht als Fremdkörper anfühlt. Jake One weiss wie man die doch oft unterschiedlichen Hörgewohnheiten der Heads verschiedener Generationen zusammenführt. „The Stimulus Package“ zeigt wie charmant solch ein Entwurf doch sein kann, wenn jemand sich nicht auf Zuteilungen in Subgenres (Conscious, Old School, Hipster, Gangster …was weiss ich) festlegen lassen will. Allein wegen dem Überbrett „Throw your hands up“ kann man das blind kaufen. Wenn aber Musik zu einem gefühlten Seelenverwandten wird wie auf „Money“ oder „One Thing“ (mit Reakwon) wird dieses Album zum nächsten Pflichtkauf des Jahres 2010.
Peter Hagen







RSS Feed











1 Kommentar
http://www.hhv.de/item_185042.html
von Shine
vor 162 Tagen
Dein Kommentar:
Hallo,
Sag uns Deine Meinung!
Bist Du bei 1beat.de Registriert? Klick hier um Dich , oder erstelle einen neuen Account