Chris de Luca und Michael Fakesch haben sich entschieden, getrennte
Wege zu gehen. Das ist ein Tatsache der Fans der elektronischen Musik
Einfach ins Auge sehen müssen – so schmerzlich es für sie auch sein mag.
Als Duo FUNKSTÖRUNG haben sie in den letzten 12 Jahren nicht Wenige mit
abenteuerlicherer Detailverliebtheit und vor allem ihrem eigenwilligen Stil überzeugt, dass
Elektronika nach Aphex Twins noch einiges zu bieten hat. Man schnuppert am HipHop in einer ganz rohen Form, während man die Sphären von Techno schon lange überholt hat.
Grenzen? Nicht bekannt. Während man sich selten auf herkömmliche Soundstrukturen einlässt, verschieben sie nach belieben den Ausgangspunkt eines Tracks in einen Kosmos, den
sie bestimmen. Was am Anfang als ,,zu abstrakt” und ,,unfunky” galt wird kurze Zeit später
eine Standortbestimmung für viele Nacharmer und Kollegen. So etwas ruft dann natürlich auch den etwas bekannteren Pöbel auf den Plan – Remixaufträge für den Wu-tang Clan, Björk, Towa Tei oder A guy called Gerald waren somit ein logische Folge und erhöhten das Ansehen der beiden ,,Musik aus Strom”-Partner erheblich. So ist ,,Appendix” ihre, dritte und letzte Remix-Compilation – die es aber in sich hat. Rares, teils nur auf B-Seiten veröffentlichtes und ungehörtes Material kann man sich hier zu Gemüte führen. Die Arbeiten für Beanfield, Nils Petter Molvaer, Spacek oder Lamb zeigen dass Funkstörung eine ganze Zeit lang den ,,State of the art” lebten und vielleicht sogar mehr bestimmten als das sie (und wir) dachten.
Peter Hagen (Jazzriots)