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Gonjasufi: The Caliph’s Tea Party

Gonjasufi: The Caliph's Tea Party

Zu den Themen der letzten Monate, was die Blogwelt, die Kritiker, die Fachpresse und die Nerds geeint hat wie selten, war eindeutig Flying Lotus, Trusme und Gonja Sufi. Zweifellos wird man über diese drei Künstler sprechen, wenn man über bewegende Momente 2009/2010 sprechen rückblickend sprechend wird. So wie es aussieht kommt gerade noch Aloe Blacc hinzu. Sie haben die heimlichen, kleinen großen Hymnen geschaffen die nicht über die Massenkanäle, wie den Hollywoodreißer „Sex & The City“ (Jay-Z’s „Empire state of mind“) in die Welt katapultiert wurden. Diese künstlerisch jedes auf seine ganz eigene, fast schon introvertierte genialistische Weise entwickelten Werke habe einen ganz anderen Anspruch und ein ganz anderes Vorhaben in sich. Es sind Alben die gebaut sind wie Epen von Pink Floyd. Sie offenbaren ihre Schönheit nur in der Tiefe und sicherlich nicht beim durchzappen. Gerade Gonjasufi hat mit „A sufi and a killer“ Welten eingerissen um neue auferstehen zu lassen. Ein Album wie ein Sturm der einem nicht ruhen lässt, weil diese experimentellen Klangwelten soviel zu bieten haben. Er hat den analogen, dreckigen, verkifften Sound der Siebziger aufgesogen, HipHop-Beats und Basslines darunter gelegt und Madlib’s Ansätze verfolgt während er zugleich die psychedelischen Welten knackte und dem Soul seiner Stimme platze neben obskuren Filmsoundtrackzitaten und Samplefetzen gab. Leichtigkeit ist anders – aber Gonjasufi hat so ein brachiales Werk erschaffen über das man noch in Jahren sprechen wird und auch dann noch Stellen entdecken wird die man noch nicht gehört hat. Wenn man den Spannungsbogen eines Carl Craig-Remix mag, die Beschwörung von Ennio Morricone, den schönen Dreck eines Terranova-Stücks, die Liebe zu eigensinniger, abenteuerlustiger Kunst besitzt – kommt weder an „A Sufi and a killer“ noch an dem jetzt erscheinenden Remixalbum „The Caliph’s tea party“ vorbei.

Peter Hagen

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