Vorweg sei klar gestellt: Das sechste Album des Disco-Duos aus Cambridge/UK läutet meinen ganz persönlichen Musik-Frühling ein! Da können andere Schreiber(innen) noch so wortreich von
„Schulterpolstern-Haarspray-Doofsounds-80er-Mucke“ delirieren – ich sage:
Bullshit! Allerdings fand der Rezensent auch Eighties-B-Stars wie Human League, Gary Newman oder Heaven 17 damals überaus reizvoll. Und hört sie auch heute noch gern, jawoll, es war nicht alles schlecht! Eine Reihe von Gast-Sängern, Indie und Arrivierte, u. a. Will Young, Fenech Soler, Jess Larrabee, Nick Littlemore (Empire Of The Sun/PNAU) und Altmeister Bryan Ferry, macht das Album „Black Light“ zu einer extrem variantenreichen und kurzweiligen Sache. Die Songs und Sounds sind ungeheuer vielgestaltig, auch wenn das Thema „80er für die Zehner-Jahre“ steht. Coole New-York-Attitude trifft kantige Gitarrenriffs, trotziger Funk-Punk flirtet mit Mirrorball-Dancepop, düstere Electronica vereint sich mit chilligem House.
Andy Cato und Tom Findlay, die Groove Armada, navigieren ihre musikalische Streitflotte durch einen Ozean der Klänge, Klippen und Untiefen geschickt vermeidend. Eines dieser Alben für die berühmte „einsame Insel“!
Jo Neckermann