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Guilty Simpson: Ode to the Ghetto

Guilty Simpson: Ode to the Ghetto

Stones Throw Records’ neuster Wurf ist die Zementierung des Raps in seiner alternativen, ganz eigenen Vorstellung. Wer die Untergrundbewegungen der letzten Jahre etwas mitverfolgt hat, dem ist Guilty ein geläufiger Name – man darf fast soweit gehen und ihn sogar als einen kleinen Hype bezeichnen. Der aus Detroit empor gekommene MC verkörpert eine kleine Bewegung innerhalb der HipHop-Community die sich an dem alten, oft vermissten, authentischen Strassenrap orientieren. Stones Throw ist ja nicht ohne Grund das Mekka der Fans des alternativen und unabhängigen Raps. Die Rapsalven eines durch geknallten und kompromisslosen Kool G Raps gelten auch für Guilty Simpson nach wie vor als Inspirationsquelle No.1. Unverwässert schiebt er seine Geschichten von und für die Strasse durch sein 16-Track-starkes Debüt. Hier bestätigt er den Eindruck, den er bisher auf Veröffentlichungen von Black Milk, Percee P, Jaylib, Bishop Lamont (Caltroit!) hinterlassen hat. Er besitzt alle Talente und Kontakte die ihn zu einem Blacksuperhero-MC machen können – jedoch musste er das erstmal auf Albumlänge beweisen. Das sei schon mal voraus geblasen: Sein Debüt gleicht einem lyrisch wie musikalisch-kreativen Erdbeben, wie es sich der berühmteste Rapsohn von Motorcity (Eminem) wahrscheinlich wünscht um die Basis zurück zu gewinnen. Tracks wie „The Footwork“, „My Moment“ oder „The Future“ bringen einen brachialen und experimentierfreudigen Sound zurück, die das Erbe des J.Dilla wie ein Manifest an die Tür des aktuellen HipPop nageln. Hardcore heisst hier eben nicht, dass alles übertrieben wirken muss. Guilty steht hinter dem was er macht und sucht keinerlei Kompromisse um gehört zu werden. Er überzeugt mit seinen Skills und baut mit den kalifornischen Beat-Fricklern eine Bombe nach der anderen. Diese Scheibe bringt das Gleichgewicht zu Verirrungen wie „I got it from my mama“ im HipHop zurück – das sollte wirklich einmal wieder explizit gesagt werden. Da schielen die werten Produzenten wie der umtriebige Rookie Black Milk, der unzerstörbare Madlib, die Aktivisten der Stones Throw-Famlie (Mr.Porter oder Oh No) ganz im Sinne ihres verstorbenen Kollegen gerne mal über den üblichen Sampler bzw. Tellerrand vom Jazz und Funk zu technoiden, elektronischen Ressourcen. Die Weitsicht vermischt sich mit dem gewohnt dreckigen und oft rohen Sound, den man seit „Champion Sound“ und „Secondary Protocol“ nicht mehr missen will. Auf „Run“ gib es dann noch ein Treffen von den zwei MCs, die sich im Untergrund ab sofort um die Krone streiten müssen. Bisher hatte ja Bootcamps Sean P. die Gunst und Aufmerksamkeit der Fans des harten Indie-Rap hinter sich. Hört man „Ode to the Ghetto“ in seiner Kompaktheit und geballten Energie – muss man sagen, dass Guilty sich selbst damit in einer Liga geschossen hat, in der wenige spielen. Sein Debüt hat die grimey Attitüde, die man auf „Get rich or die tryin’“ liebte. Wenn das mal nicht in eine sehr erfolgreiche Richtung zeigt. Es wäre ihm zu wünschen.

Peter Hagen

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1 Kommentar

  1. Die Scheibe ist doch zwei Jahre alt!? Sie ist sehr dope und so finde ich es gut, dass mal wieder darauf aufmerksam gemacht wird. Props, Digga.

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