„Ganz großes Klang-Kino!“ „Hingehauchte, leise und zarte Momente von grosser Reinheit!“ „Der Isländer Jonsson beweist seine Meisterschaft in fragil-vertrackten Balladen, die der Singer/Songwriter abwechslungsreich zusammenbaut.“ Die Kritiken überschlagen sich, hudeln Lob. Und sie haben ganz recht. Was bei Mika peinlich ist, ist hier Pop. Was bei Radiohead nervt, hat bei Jonsson Drama. Wo bei Björk suizidäre Tendenzen spürbar sind, da lässt „For The Rest Of My Childhood“ ein inneres Licht leuchten. Der klassisch ausgebildete Posaunist mit der Engels-Stimme studierte in Graz, spielte Jazz, Fok und Bossanova, reiste als Multi-Instrumentalist mit Sigur Rós um die Welt, und schickt sich nun an, eben diese zu erobern. Möge ihm die eigene Sprache, die er manchmal – den Melodien zuliebe – erfindet und von der er „…inständig hofft, die meisten Menschen mögen sie für isländisch halten“, dabei nicht im Wege stehen. Die penibel erarbeiteten Sound-Scapes des jungen Nordmannes hätten das wirklich nicht verdient.
Jo Neckermann