Nachdem hierzulande die Zeit von Spekulatius und Dominosteinen begonnen hat, uns der Klimaumschwung nicht zwangsläufig auch mehr Sonnenstunden brachte und die Grippeschutzimpfung wieder anrollt, freut sich das deutsche Gemüt wieder auf spanische Laute und Latin-Groove. Und wenn das Ganze dann noch im modischen HRCP/Mana/Juanez-Soundgewand daher kommt, steht Ivan Sevillano, aka Huecco, der Weg in unsere Gehörgänge und Herzen offen. Der polyglotte Spanier Huecco (englisch, deutsch, französisch, russisch und portugiesisch) nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise durch verschiedene Länder und Styles Südamerikas. Rumbia – Rumba plus Cumbia – nennt der Mann mit den imposanten Dreadlocks seine Mixtur aus Latin, Pop und Rock und hat in seinem Heimatland ungeheueren Erfolg damit. Und nicht nur dort: Sein „Reina de los Angelotes “ war auch bei hiesigen Radiostationen einer der meistgespielten Ohrwürmer des Sommers. Aber es gibt nicht nur Urlaubsmusik auf „Assalto“ zu hören: „Je pense a tes yeux“ ist ein ebenso eindrucksvolles wie zeitloses französisches Chanson, der Anti-Kriegs-Song „Mirando al cielo“ zeigt Hueccos Variation des guten alten Pachebel-Kanons in einer bewegenden Ballade. Holla, dieser Herbst kommt uns spanisch vor…
Jo Neckermann