Ill Boogs – der Name steht in England für astreines B-Boy-Business. Der Mann war Gründer der inzwischen legendären Floor Science Crew und war aktiv bei den verehrten und prämierten Crews Born to Rock & Sinstars. In einem Club in Brixton gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine Nacht voller Breaks, Oldschool-Rap, Funk und Electro-Tunes bei der die Breakin’ Bread als DJs und Veranstalter tätig waren – dort kamen Ill Boogs und die Labelaktivisten in Verbindung und ein reger Austausch an Ideen und Tracks fand statt. Schon die ersten 7inches schlugen bei den Djs, speziell die auf Jams auflegten, ein wie eine Bombe. Zwischen Japan, Frankreich, England und den Staaten war man sich einig, hier arbeitete jemand vom Fach fürs Fach. Seit einigen Jahren ist es doch ruhig geworden um Boogs – jedoch hieß das nur dass er mit Disco BizKid nur an neuem Material gearbeitet hat.
„The Rhythm Den“ ist ein oft eigensinniges Breaks-Universum geworden – das den Oldschooler aufhorchen lässt und den B-Boy nicht nur in der Tradition beeindruckt, sondern auch fordert weiterzudenken als „Apache“ und „It’s just begun“. Hörbar haben die beiden viel Lebenszeit dafür aufgebracht sich durch Tonnen von altem Vinyl zu graben und in Shadow-Manier das eine Break zu finden zwischen klassischen Soul bis obskurem Progressive Rock – im Gegensatz zu den Herren Muro, Shadow & Chemnist wurde hier jedoch jedes Break live eingespielt und nichts gesampelt. Das macht die Sache organischer und gibt dem ganzen eine rohes Touch, den man in der Tat so schon lange nicht mehr gehört hat – der jedoch, auch so und in der Länge bestimmt auch nicht von jedem geliebt werden wird. „Randgruppengeschallung“ würde da ein Kollege von mir sagen. Für alle die die 4 Chapters hier nicht komplett durchlaufen wollen, weil sie von Natur aus zwar Funk aber nur bedingt B-Boy-Fire mögen, können auch 3 Singles auf Vinyl kaufen, die dem Rare Groove-Freund ansich, gut ins Case passen werden. Rock on.
Text: Peter “Parker” Hagen