Inverse Cinematics: Passin' through
Review:
Wie kann das nur sein, dass ein so blutjunger Kerl eine solch ausgefeilte Platte wie „Passin’ through“ vorlegt? Danielo Plessow hat wohl das Quantic-Gen inne, es ist sonst kaum zu erklären wie jemand mit gerade mal 22 Jahren schon solch ein, ja kosmopolitisches, Verständnis und Gefühl für so viele Genres entwickelt hat. Die Referenzen sind offensichtlich. Der junge Schwabe hat sich offensichtlich ein großes Wissen (und Schallplattenfundus) über das Erbe der schwarzen Musik von Jazz, Funk bis Soul in frühen Tagen zu zugelegt. Dazu kommt seine bekennende Liebe zum HipHop der madlib’schen Generation und eine, für sein Alter wirklich ungewöhnlich frühreife Weitsicht, sich den weltweiten Strömungen anzunehmen und sie zu studieren. Der Ausgangspunkt ist hier immer der Gleiche. Tief verwurzelt in der Welt von Samples baut er sich ein kleines, eigenes Universum. Eines das sympathischer nicht sein könnte. So sucht und findet dieser hochbegabte und inzwischen etablierte Beatbastler durch sein Rhythmusgefühl und drang nach Perfektion seine eigene Welt. Man würde es seinem Ideenreichtum nicht gerecht werden, wenn man von „retro“ oder „futuristisch“ sprechen würde. Dieser talentierte Produzent aus dem Süden Deutschlands ist eine Ausnahmeerscheinung und scheinbar ein uraltes Jazz-Cat im Körper eines Jugendlichen.
Auf „Passin’ through“ landet er mit seinen Kompositionen immer wieder in einem Kaleidoskop, das sich gerne in den Randecken des Broken Beats („Don’t give up“), House („The Rise & Fall“) und HipHop („Take it back to 86“) wieder spiegelt bzw. wieder erkennt. So sind Tracks wie „Sundrops“ oder „Sambatime“ die Hybriden die jeder DJ liebevoll über Jahre im Case behält und wohl hütet, denn sie fallen unter die Rubrik „Brücken-Tunes“. Hier kann man wild zwischen den Stilen springen, weil Plessow uns hier eine detailverliebte, berauschende Vorlage dafür geschaffen hat. Und wer „Detroit Jazzin’“ immer noch nicht entdeckt hat, der darf diese kleine Wundertüre noch mal im bunten Groovemix auf Albumlänge wahrnehmen. Endlich jemand der mal wieder ein Manifest geschaffen hat, welches beweisst, dass „Freestyle“ nicht tot und ausgelaugt ist. Clubtauglich? Unbedingt. Verfallsdatum? Niemals.
Peter Hagen
Tracks:
- 01. Somethin' new (Intro)
- 02. Detroit jazzin'
- 03. Passin' trough
- 04. Take it back to 86
- 05. Calm sea
- 06. Sundrops
- 07. The black verse (Interlude)
- 08. Sambatime
- 09. Interplanetary motivations
- 10. Don't give up
- 11. Get mellow one more time (Outro)
- 12. The rise and fall
Releases:
- Inverse Cinematics: Passin' Through, Audio CD, VÖ: 4. April 2008







RSS Feed











...und was meinst Du?
Dein Kommentar:
Hallo,
Sag uns Deine Meinung!
Bist Du bei 1beat.de Registriert? Klick hier um Dich , oder erstelle einen neuen Account