Iriepathie: Fourty-Five
Review:
Culcha Candela und Gentleman führen die Charts an. Das hätte vor einiger Zeit niemand für möglich gehalten. Das steht fest. Parallelen zum HipHop Anfang der Neunziger Jahre in der Muttersprache liegen offen. Damals belächelte man die Fanta Vier noch, jedoch wollte ein immer breiter werdende Masse diesen Sound hören. Es folgten verschiedenste Varianten. Gangsta-Rap des Rödelheimers Hartreim Projekt, die gewissenhaften Storyteller aus Heidelberg um Advanced Chemestry und den Strassendichtern aus Stuttgart, den Massiven Töne. Was danach passiert, weiß jeder der sich nicht wirklich ganz isoliert hat von Musik und Medien. Seit Freundeskreis mit Gentleman ,,Tabula Rasa" in den Charts gemacht haben, ist Reggae und Dancehall eingeschlagen und nie mehr verschwunden. Nach den hervorragenden Alben von Nosliw und Mono & Nikitaman ist klar, dass Reggae in deutscher Sprache sich in einer rasanten Entwicklung befindet. Jan Delay hat mit seinem Reggae-Entwurf ,,Searching for... Jan Soul Rebels" ebenso zu ganz anderen Levels angesetzt. Großmeister Gentleman (wenn auch nicht auf deutsch toastend) nicht zuvergessen. Denen gilt es seit fünf, sechs Jahren gleichzuziehen. Musikalisch hat man sich in alle Richtungen geöffenet, fusioniert da mit eingängigen Pop und dort mit dem geerdeten HipHop oder dem abfeierbaren Dancehall wie ihn ja bekanntlich die dynamischen Seeeed aus Berlin perfektioniert haben.
So haben auch die zwei Österreicher von IRIEPATHIE Jamaika's Sound entdeckt. Ihre Single ,,Nie aufgeben" und das Debütalbum begeisterte nicht nur das Alpenland sondern auch in Deutschland hörte man fasziniert auf. Auf ihrem Album ,,45" leben sie diesen Conscious-Style weiter beeindruckend weiter. Hier heisst es positive Botschaften kicken in einem sehr sauber produzierten, zweiten Album das prominente Gäste wie Anthony B. und Morgan Heritage intus hat. Dieses Duo begeistert - und hat wirklich das Potential dem deutschsprachigen Reggae weiter Beachtung zu verschaffen. Die Ironie an der Platte ist, dass der definitiv beste Song auf Englisch ist. Aber das ist ja ganz im universelle Sinne von Iriepathie: ,,One World".
Peter Hagen (Jazzriots)







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