Wer sagt denn, dass man sich dem plastischen Gehabe und dem sterilen Kahlkühl einer Beyonce oder Mariah Carey zustimmen muss!? Wo bleibt die Seele in ihrer Musik, will man sich hier oft fragen. Plakativer Plastikpop gibt es leider zu oft, wenn man über R’n’B spricht. Ober mit Balladen oder tanzbaren Konzepten, zu oft versuchen die Produzenten einen Soundgrundlage für die, zugegebenermaßen tollen Stimmen, zu entwerfen, die man oft nicht mehr von einander unterscheiden kann. Der Geruch von Massenabfertigung haftet alle jenen Rhiannas und Chiaras an. Monotonie und uninspirierte Musik hat man inzwischen im Überfluss. Dass es auch anders geht, zeigt die Frankokanadierin Ivana Santilli. Auf John Kong’s Do Right Label sorgt sie seit einiger Zeit für Aufsehen. Ihr geschmeidige Stimme macht nie einen Hehl daraus, eingängigen R’n’B als Grundlage ihre Definition zu fühlen und auszuleben. Der Unterschied zu den anderen Stars und Sternchen besteht darin, dass sie musikalisch mehr will.
Ihr Basis sind die Mixturen aus funkigem Pop und HipHop, gebrochenen Beats und auch gerne mal etwas housigen Ansätzen. Die kanadische, mulikulturelle Denkweise, musikalische Inspiration aus verschiedenen Horizonten zu ziehen kommt ihrer neuen Platte „Tony“ hier hervorragend zu Gute und macht diese Album zu einer sehr, sehr angenehmen Angelegenheit. Ihr künstlerisches Talent in Songwriting und Gesang paart sich hier bestens mit den musikalische Ergüssen ihrem Produzenten Adam Messinger und bieten Abwechslung zwischen tanzbaren und ruhigen Tönen, wobei der rote Faden sich zwischen Soul, Boogie und Pop der 80s orientiert.
Es fällt einem zu keiner Sekunde schwer sich hier wohl zu fühlen. So und genauso sollte anspruchsvolle Radiomucke klingen.
Peter Hagen