Gerade hat Jay-Z den offiziellen Tod des Autotune ausgerufen und plötzlich erscheint scheinbar wie abgesprochen ein neues Dilla-Werk. Verschwörung gegen den nervenden Soundeffekt der die Clubmucke zwischen R’n’B, HipHop und Dancehall in den letzten zwei Jahren so sehr beherrscht hat? Wahrscheinlich eher nicht. Jigga’s Ansage war zumindest mal ein Botschaft von einer einflussreichen Stelle. Dass Detroit verstorbener Beatgenius Dilla fast zehn Jahre nach seinem Solodebüt auf BBE („Welcome 2 Detroit“) nochmals zurückkehrt und das Game von hinten aufrollt, ist genauso unwahrscheinlich wie dass Blueprint 3 alles verändern wird wie die erste Ausgabe.
Definitiv davon ausgehen kann man jedoch, dass beiden Platten Substanz haben und Qualität garantieren die sich durch ein ganzes Album zieht und nicht aus ein paar Hitsingles mit Chartkalkül und sonst nur leerer Füllmasse bestehen.
Im Fall von „Jay stay paid“ darf man zufrieden sein. Der Geruch, das Vermächtnis des großen Beatschmieds aus Motown zu verhunzen und aus kommerziellen Aspekten unfertig rauszufeuern besteht hier definitiv nicht. Das ganze hat Hand und Fuss und bringt eine rohe Note wieder zurück, die respektvoll und progressiv vom Detroiter Nachwuchs wie Black Milk oder Wajeed weitergeführt wird. Die MPC spielte auch in den letzten Tagen des verstorbenen Produzenten immer noch die Hauptrolle. Dort werden Samples mit allen Schattierungen und Variationen verbaut und eine kräftigen Bums und Schnack darunter gelegt. Alles immer ganz im beseelten Bereich und immer spannend. So haben viele Dilla kennen und lieben gelernt und werden ihn durch dieses Werk auch weiter so in Erinnerung behalten können.
Diese bisher unveröffentlichten Beats sollen aus den letzten Arbeiten vor seinem Tod sein und seine Mutter höchstpersönlich hat sie autorisiert. In den guten Händen einer weiteren, noch lebenden Legende wurden die 28(!) Beats von Pete Rock arrangiert und gemixt. Dazu gab es noch einige Raps von M.O.P, dem alten Dilla-Gefährten Phat Kat, Doom, Newcomer Danny Brown, Black Thought, Blu, Havoc, Reakwon oder seinem leiblichen Bruder Illa J.
Am Ende steht ein Resultat, welche die Genialität von Dilla andeutet und nachvollziehbar machen lässt, für alle die von dem Dilla-Virus post-wendend erst befallen wurden. Für Fans ist das sowieso ein respektables und feines Schmankerl.
Peter Hagen
Bomben Album!
Kann ich jedem empfehlen der Dilla hört und liebt!
Still da dopest!
Zugreifen – Still lovely !
Und bitte mal die Sirenen zählen