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Jaime Cuadra: Cholo Soy

Jaime Cuadra: Cholo Soy

Peru hat musikalisch dann doch einiges mehr zu bieten als Fußgängerzonen-Indios, die mittels Yamaha-PA’s und Honda-Generatoren mitteleuropäische Konsumenten mit „El Condor Pasa“ und Anden-Feeling beschallen (nix gegen Panflöten, aber der Beat des 21. Jahrhunderts ist das nicht). Jaime Cuadra, ein 38jähriger Ex-Rockmusiker mit Latino-Musikbackground, hat mit seinem zweiten Album „Cholo Soy“ dafür den äußerst eindrucksvoll tönenden Beweis erbracht. Für sein erstes Werk hat der „Cholo“ (Mestize) schon 2007 den Best World Fusion Award in New York bekommen, drei Songs des Albums wurden für den James-Bond-Kinofilm „Ein Quantum Trost“ verwendet. Diese finden sich auch auf dem aktuellen Album wieder in einer anregenden und doch entspannten Mischung aus kreolischem Walzer und Tribal Down Tempo, aus Reggae und brasilianischen Rhythmen, aus Marinera und House. Was mit „Nube gris“ anfängt wie eine Urlaubs-beseelte Julio-Iglesias-Adaption steigert sich von Stück zu Stück zu einem furiosen Feuerwerk moderner Chillout-Songs, versehen mit Genre-typischen Tricks wie Shift und Tilt und digitalen Pseudo-Artefakten.

Schön: Der Multi-Instrumentalist Jaime Cuadra zollt der Musiktradition seiner Heimat mit dem Gastauftritt der Sängerin Eva Ayllon, des Komponisten Luis Abanto Morales und dem Stimm-Sampling der längst verstorbenen Lucha Reyes Respekt.

Das erzeugt diesen Effekt, der wirklich gute Musik auszeichnet: Gänsehaut!
Ein ganz, ganz feines Album im Grenzbereich von Worldmusic, Latin und Downbeat.

Jo Neckermann

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