Sperrig. Obwohl die schöne schweizerische Frankfurterin mit „Streit“ einen veritablen Youtube-Hit (unbedingt anschauen!) gelandet hat, sitzt ihr Chanson-Pop zwischen etlichen Stühlen. Trotz Gesangsausbildung in Zürich, Frankfurt und Paris ist die professionelle Schauspielerin nicht im Besitz einer „großen“ Stimme. „Sie spricht wie gemalt“ hat es ein Zeitungskollege formuliert, „…und singt wie getanzt“ möchte man hinzufügen. Unbekümmert aber nachdenklich, im positiven Sinne naiv, führt die 30jährige durch ihr Debüt-Album „Karussell der Liebe“. Der Titelsong im 3/4 -Takt ist dann auch mit seiner Alexandra-haften Anmutung für das Ohr des Rezensenten sagen wir, ähem, grenzwertig, aber die 14 Cello-geschwängerten Songs hindurch gewinnt das ganze Album an Kontur. „Träume“ beispielsweise ist so ein Stück, bei dem man auch als Mann mal seiner Melancholie frönen kann, einfach schön. Aber ein sperriges Thema, wie gesagt. Doch es ist ja nicht die schlechteste Musik, die sich nicht auf Anhieb ins Ohr drängt.
Johannes “hey Joe” Neckermann