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Jazzanova: Upside Down

Review:

Jazzanova – das 6-köpfige Kollektiv an Musikern, DJs und Produzenten aus Berlin ist bleibt eine musikalische Freigeist-Institution. Sie lieben Musik und sie lieben Musik mit Tiefgang zu produzieren. Man muss schon sehr lange suchen, wenn man einen ähnlichen Ansatz bei anderen Künstlern finden will. J-Nova haben sich seit dem NuJazz/Lounge-Hype Ende der 1990er Jahre immer noch mehr freigeschwommen und haben sich, vor allem mit ihren Remixen, immer einen eigenen State of the Art gebastelt.

Hier haben sie schon massiv unter Beweis gestellt, dass sie im remixen wahre Könige sind. Sie lieben das umwandern und modifizieren von Songstrukturen. Dabei gibt es Broken Beats, Detroit Techno, Deep House oder Boogie – was sie auf ihren beiden vorzüglichen Remix-Kollektionen eindrucksvoll nachgewiesen haben. Nun gibt es eine neue Sammlung an Remixen, jedoch haben diesmal andere Beatschmiede Hand angelegt und haben die Songs der beiden Jazzanova-Alben neu umgeformt.

Auf „Upside Down“ bekommt so schon fast vergessen Remix-Wundertaten von den Innervision-Soldaten AME („Glow & Glare“) serviert. Labelmate und Bugge Wesseltopft-Homie Hendrik Schwarz („Let me show ya“) bricht dabei die Welten zwischen Detroit und Berlin wieder massive auf. Alex Barck legt Hand an „Little Bird“ und macht aus dem sensiblen, fast schon epischen Stück Musik mit den Vocals des grandiosen Jose James, einen wilden Ritt durch House-Music der 1980er und 1990er Jahre. Die soulige Hit-Single „I can See“ wurde von Ye:Solar geschmeidig verjazzt. Martin ‘Atjazz’ Iveson bringt nochmal das „In Between“-Feeling zwischen smoothem House und (Nu-)Jazz auf „Dance the dance“ zurück. Überhaupt hat man die warmen Vibes in der offensichtlichen Liebe für deep House-Klanglandschaften hier mit den Remixes von Soldiers of House (Pretoria), Midnight Marauders (Glasgow) oder Motor City Drum Ensemble (Stuttgart/Köln). Die Remixes dokumentieren natürlich auch die DJ-Passion der J-Nova-Plattenleger – hier geht es inzwischen stark Richtung deepen, beseelten House-Klängen – was nie ausgeschlossen hat und bei diesen Jungs auch nie ausschließen wird, dass sie ihren unzähligen Einflüssen wird festgefahren sind. Auch wenn der Einfluss hier komplett vom letzten Album wegläuft, schließt sich bei den Berlinern immer ein Kreis.

Elektronische Welten verlieren hier nie ihre Seele und unterstreichen oft das Songwriting. Vielleicht wäre es noch etwas spannender geworden wenn die Jungs ihre eigentliche Liebe zu allen Genres etwas ausführlicher mit den Remixes dokumentiert hätte. Wäre ein HipHop-Remix von Dexter oder ein Glich-Remix von Hudson Mohawke sind auch super geworden? Man darf sich jedoch sicher sein, dass J-Nova das in Zukunft den werten Anhängern ihrer großen Kunst etwas in dieser Art oder komplett anderes schenken werden. Diese Zusammenstellung ist definitiv einen Kauf wert!

Text: Peter Parker

"Upside Down" erscheint als Digi-Pack-CD und MP3! Daneben wird es zwei 12inch-Vinyls geben, auf denen Remixes von Alex Barck, Dima Studitsky, Manuel Thur, Dplay und MCDE zu finden gibt!

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Interpret:
Jazzanova
Label:
Sonar Kollektiv
Stil:
Techno House Jazz Freistil NuJazz

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