Als Eklektizismus bezeichnet man Methoden, die sich verschiedener entwickelter und abgeschlossener Stile bedienen und deren Elemente neu zusammensetzen. Sagt Wikipedia. Ein Erneuerer in Sachen Electronica/Pop ist Jim Noir wohl nicht, aber er hat mit seinem neuen, im Alleingang aufgenommenen Album ein liebenswertes, eklektizistisches Stück Musik gemacht, das zum Sommer passt wie After-Eight-Eis. Oder wie Bionade. Da wabern synthetische Klangwolken aus dem Player wie Marshmallows on dope.
Gitarren über Vox-Amps schrabbeln im John-Lennon-Stil und der Plektrum-Bass hoppelt fröhlich durch die Hooks wie weiland im „Schulmädchen-Report“. Alles hört sich an wie damals, als London noch „swinging“ war und überhaupt alles so „groovy“ Himmlische Chöre, als ob die Beach Boys einen Betriebsausflug im „Yellow Submarine“ unternähmen. Leicht orientalische Einsprengsel zur rechten Zeit. Flöte, Melotron, Tambourin. Und richtig gute Songs und Stories, erzählt aus der Perspektive eines einsamen Astronauten! Vor 40 Jahren wäre Jim Noir, dem „Mancunian Beck“ wie ihn ein Kritiker nannte, ein Bravo-Starschnitt sicher gewesen! Wo dieses Album läuft, wird die Welt automatisch zu einem besseren Ort. Versprochen!
Jo Neckermann