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John Legend: Evolver

John Legend: Evolver

John Legend ist nicht nur der Lieblingssänger von Hipsterkönig Kanye West, derzeit wichtigsten Schnittstelle zwischen Mainstream und HipHop, sondern auch von sehr, sehr vielen Menschen, die noch Platten und CDs kaufen. Dazu gehört er seit seinem Debütalbum zu den absoluten Lieblingen der internationalen Musikpresse. Hat John Legend die ultimative Formel für Erfolg in Zeiten der abstürzenden Plattenverkäufe gefunden? Sein Geheimnis scheint jenes zu, dass er eben keines hat. Er verweigert sich keiner Weise dem offensichtlichen Öffnen für den Mainstream, und trotz dem wird er vom

Die Verfechter des wahren und ehrlichen Souls, der sich immer wieder an den glorreichen Zeiten der 70er Jahre orientiert, sehen in ihm einen der ihr Musik mit einem Kompromiss zum Pop versieht, den man durchaus löblich immer wieder erwähnen sollte. Die HipHop-Fraktion schätzt ihn für seine musikalische Aufwertung auf den Kanye-Beats für Talib Kweli oder Common. Etablierte Rap-Künstler wie das Duo Outkast oder Mos Def sprechen von einem Jahrhunderttalent, wenn es um John Legend’s Gefühl für eine gute Melodie geht und musikalisches Fingerspitzengefühl geht. Abgesehen davon, dass er im Tandem mit dem Überproduzent Kanye West Pop und HipHop maßgeblich angenähert hat, sind Pop sowie R&B-Stars wie Joss Stone, Estelle oder Christina Augilera voll des Lobes über die Fähigkeiten des kleinen Mannes, der optisch so was von unglaublich in die Welt der Mainstreamkünstler passt. Aber vielleicht können sich deshalb soviel Menschen auf ihn einigen.

Legend der sanfte und romantische Töne bevorzugt, ist nicht der Verführer des Schlages eines Maxwell oder D’Angelo. Sexappeal überlässt er anderen. Er etabliert die Texte, die gutes Songwriting ausmachen. Ob sie alle autobiographisch zu sehen sind, kann man wohl nicht genau sagen. Der Mann hat jedoch das ausgeprägte Talent, über Themen zu schreiben, die die Menschen (die noch auf die Texte hören) in einer breiten Masse ansprechen zu können. Musikalisch hat er genau das ja schon umgesetzt. Er macht qualitativ anspruchsvollen R’n’B der die Melodien für Millionen intus hat. Und das macht er natürlich auch auf seinem neuen, dritten Album „Evolver“. Mit ein bisschen Unterstützung der Bignames wie Will.I.Am, Pharell, Andre3000, Brandy oder Kanye West gelingt ihm das auch wieder in gewohnter Qualität. Man kann sogar fast schon sagen, dass man über die Gastbeiträge etwas froh ist, weil sie der Herzschmerz und die, ja, auch schmalzigen Ausbrüche, sonst etwas überladen und langweilen. Positiv ist, dass sich Legend musikalisch etwas weiter weg von den ursprünglichen HipHop-Fusionen gelöst hat und sich neuen Sounds geöffnet hat. Stattdessen gibt es vermehrt 80s-Flavour, Blues und ganz viel Pop. Balladen sind hier immer noch seine wahre Stärke. So überzeugt er z.B. mit „Everybody knows“ auf der ganzen Linie und seit auf diesem Stück, dass wahre Legend-Fans keine Angst vor seiner Entwicklung haben müssen, weil auch immer wieder Stücke bringt, die seinen unverkennbaren Stiel transportieren. Die Single „Green Light“ mag aber irgendwie auch nach dem zehnten Mal hören nicht wird zünden bzw. einem auf die Tanzfläche ziehen. Macht jedoch nichts, weil man dem Album zu Hause durchaus eine Chance geben und dem Mainstreamradio nur ans Herz legen kann, sich auch auf solche Musik einzulassen.

Zusätzlich:

Paralell dazu gibt es die nächste Legend-Scheibe “Live in Philadelphia”, auf der man sich gut überzeugen kann, dass dieser Künstler auf der Bühne etwas zu bieten hat und nach drei Alben ein ansehentliches Reportoir an Hits hat.

Peter Hagen

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