Willkommen in der fantastischen Welt des Jon Kennedy. Für den Preis der Langspielplatten bekommen sie eine Reise in Klangwelten in sich kohärent und doch so facettenreich sind. 14 Stationen werden auf die angefahren. Der Multiinstrumentalist ist ein Soundforscher wie er im Buche steht bzw. stehen müsste. Hat er sich doch den freigeistlichen Drang seit seinem genialen Debüt „Take the drum to England“ erhalten und hat ähnlich wie die Kollegen RJD2, Vadim, Mr. Scruff oder DJ Shadow die Motivation nicht verloren etwas ganz eigenes zu schaffen, auch wenn das musikalisch oft viel zu weitgreifend von der HipHop-Basis, geschweige denn dem aktuellen monoton HipPop der meisten Chartsvertreter, entfernt ist. So hat der britische Groovetüftler keine Probleme auch mal eine schlichte Melodie in die Welt seiner ganz eigenen Beats einzuflechten und in seiner passionierten Art Basslines mit organischen sowie programmierte Beats zu fusionieren. Fusion ist die Grundlage aller seiner Ideen. Der junge Mann aus Stockfort hat seine Erfahrungen aus seinen exzellenten Live-Auftritten in seine Produktionen transportieren können. Das Multitalent hat die Dimensionen von Jazz und das Feuer von Funk studiert. Breakbeats, HipHop und durchaus Rockelemente weiß er in seiner Ideologie, die er zweifelsohne hat, zu integrieren. Wo er bei seinem Debüt noch Downbeats mit dem großen Einfluß von Dub konstruierte und sich scheinbar etwas wohler im konventionellen HipHop fühlte, geht er nun weiter neue Experimente vor allem im perkussiven Bereich. Das beamte ihn und letztlich den werten Hörer in eine superbe moderne und immer wieder spannende Welt des Jazzfunk. Und mit „Demons“ (feat. Sarah Scott) hat er den Track erschaffen zudem Massive Attack auf dem neuen Album nicht im Stande waren. Übertrieben? Sicherlich nicht. Den Namen Jon Kennedy sollte man sich merken wenn man seine bisherigen mehr als respektablen Veröffentlichungen auf den Labels Grand Central Records und TruThoughts noch nicht kennt. Das Album hat sicherlich keine epochale Auswirkung wie „Blue Lines“, jedoch sollte man diesem Künstler unbedingt ein Ohr leihen.
Peter Hagen
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