Review

Joy Denalane – Gleisdreieck

gleisdreieck

Review:

Joy Denalane prägt seit vielen Jahren deutschsprachige Musik. Dabei hat sie Komponente Soul in deutscher Sprache manifestiert. Ihre musikalischen Werke zeigten diese besondere Sängerin die ihren eigenen Weg definiert. Dabei blickte sie auf ihrem Debüt vor 15 Jahren zurück nach Afrika – den Wurzeln ihrer selbst, der Geschichte ihrer Familie und des unermesslichen musikalischen Reichtums des schwarzen Kontinents zwischen Afrofunk, Jazz und diesem neu-gestaltenen Soul. Davor machte schenkte sie dem Freundeskreis und der Historie mit „Mit dir“ eine R’n’B-Hymne für die Ewigkeit. Verschiedene Kooperationen mit den FK-Allstars, sowie die Liebeserklärung an Stuttgart („Erste Liebe“) meißelten ihren Status als die beseelte Stimme im HipHop in Mamor. HipHop – jener Ort an dem für sie alles zusammenlief: Max Herre & das Kahedi-Producer-Team, das musikalische Mastermind im Hintergrund aka die Berliner Soulquarians, die Affinität zu leidenschaftlichem Soul und das Sammelbecken für all die Einflüsse aus den verschiedensten Genres. Letztlich definierte die Afro-Deutsche Künstlerin HipHop in Deutschland wie kaum eine andere Frau mit. Seit ihrem Mamani-Album entwickelte sich eine imponierende Karriere. Das englische-sprachige „Born & Raised“ verband Shaolin-Soul mit 90s R’n’B und jenen HipHop, den man sonst nur von NeoSoul-Künstler wie The Roots, Angie Stone oder Erykah Badu zu hören bekam. Auf „Maureen“ kam sie dann wieder zur deutschen Sprache zurück und machte jenen unvergleichlichen Retro-Soul der deutschen Pop prägte. „Fliegen“ mit Megaloh deuteten auf dessen Debüt dann auch an, dass hier unfassbares Potential nach oben schlummert und dass man durchaus beseelte Musik mit Massentauglichkeit erschaffen kann. „Keine Religion“ – ihr Betrag für Elias M’Barek’s Traumfrauen-Film, zeigte dies schon an. In Kooperation mit talentierten Songwritern und innovativen Produzenten wie Tua oder Maxim entstand ein Album, dass eine Künstlerin auf neuen Wegen zeigt. Denalane singt über Verlustängste, Unsicherheiten, Alltagsrassismus, Enttäuschungen, Zweifel, den Verlust des inneren Kompass und Sinnfragen. Den gewohnten Soundteppich aus 70s-Soul, Afrofunk und Gospelanleihen fusioniert oft mit futuristischen Pop & RnB-Sounds mit feinen Ausschlägen in trappige Sounds. Was Materia, Tua und Miss Platnum in den letzten Jahren angeschoben haben, wird hier weitergetragen. Das Resultat ist ein eindringliches Pop-Moment, dass zum Nachdenken auffordert und weite Kreise ziehen wird.

Text: Peter Parker


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