Review:
Die Heads regen sich immer furchtbar darüber auf, wenn ein HipHop-Produzent zu viele Kompromisse eingeht, um relevanter für den Mainstream zu sein. Wenn jedoch dann wirklich mal ein bahn brechend genial-eigenständiger Entwurf veröffentlicht wird, ist der dann womöglich zu „nerdy“ oder zu „abstrakt“.
Ein Katastrophe wäre es, wenn dass bei „The standard“ passieren würde. Selten hat ein Album so massiv sein eigenes Soundbranding markiert wie dieses. Das Duo schraubt wie selbst verständlich an einer Boom-Bap-Ästhetik die genauso wunderschön-zeitlos ist wie die Beats von Pete Rock – jedoch völlig irrelevant ist, wenn man zeitgenössische HipHop-Beats haben will.
Es gehört schon ein große Portion Selbstbewusstsein und Skillz dazu, völlig autark von der hiesigen HipHop-Welt ein sattes Album mit klassischen Sampling und hohem Soul-Faktor zu basteln. Natürlich scheiden sich hier wieder die Geister – bzw. die HipHop-Generationen. Wer mit Premo oder Large Professor sozialisiert ist, wird das kaufen und glückseelig abfeiern und jedem weiterempfehlen der einen Funken HipHop-Leidenschaft in sich trägt. Wer zur Generation Aggro Berlin gehört, wird das nicht als spannend empfinden.
Vielleicht hat man sich deshalb auch keine deutschen Künstler für Gastbeiträge eingeladen und hat sich „nur“ umtriebige US-Untergrund-Soldaten angeheuert. Skyzoo, Rakaa Iriscience, Odissee, Black Milk, Supernatural (!) oder Guilty Simpson machen das, was das Kölner Duo von ihnen wollte: Sie verschmelzen mit den Beats zu einem knackigen Rapalbum. Man kann dem Duo nur wünschen, dass sie mit einem ähnlichen Soundkonzept wie Statik Selektah etwas von dessen Buzz abbekommen.
Peter Hagen
Trackliste:
| 1. | JR Intro | |
| 2. | Rock For Y'all feat. Superstition & J-Scienide | |
| 3. | Fast Lane Speedin' feat. Oddisee | |
| 4. | Sommer Chill feat. Edgar Allen Floe | |
| 5. | Interlude | |
| 6. | Take It To The Streets feat. Planet Asia & Rakaa Iriscience | |
| 7. | Top Rank feat. Guilty Simpson & Black Milk | |
| 8. | Let's Move feat. Skyzoo | |
| 9. | 20/20 feat. Tableek | |
| 10. | Best Flow feat. Pumpkinhead | |
| 11. | Hip Hop Lives feat. Edo.G | |
| 12. | The World Keeps Turnin' feat. Larissa Sirah | |
| 13. | Dreams feat. Kaze & Edgar Allen Flow | |
| 14. | I Keep On Movin' feat. Kev Brown, Emskee & Sean Boog | |
| 15. | I Dont't Know Why feat. Oddisee | |
| 16. | Zone To Da Nightlife feat. Median | |
| 17. | The End Is Near feat. The Good People & Larissa Sirah |
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Seeehr gutes Album! Hier gibt es ein Interview mit den Zwei’n: http://taki183.wordpress.com/2009/12/07/j-r-ph7-im-interview/
Ich unterstreiche das! Ein wirklich gutes und rundum stimmiges Producer Album, wie das selten funktioniert! Und es gibt wohl kaum Produzenten aus diesem Lande, die solch herrlich abwechslungsreiche Beats erschaffen.
Phillysoul, Disco, Funk, Jazz….die Jungs sind hörbar große Digger. Was da gesamplet wurde. Freut mich zu hören, dass das Teil sich in Japan verkauft wie warme Semmeln und scheinbar auch in den USA Beachtung findet….