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Katalyst: What’s happening

Katalyst: What’s happening

Leftfield Beats haben schon immer dem HipHop von inner heraus eine Frischzellenkur gegeben. Ganz in der Tradition von Vadim oder Krush wurden schon immer Soundkollagen geschaffen die jenseits von Hip-Pop-Formeln sich selbst verwalten und definieren. Was in den altehrwürdigen Tagen von Labels wie Mo’Wax oder Ninja Tune noch für eine ganz eigene Dynamik sorgte, ist heute mehr als rares Gut. Das englischen Labels Big Data oder das kalifornische Independent-Imprint Stone Throw Records stehen in diesem Metier seit Jahren wie ein Fels in der Brandung. Seit dem Tod vom Detroiter Masterfrickler Jay Dee gibt es weltweit nur noch wenige, die mutige und unkonvensionelle Produktionen erschaffen. Das englische Label Barely Breaking Even gehört zu jenen Plattformen die seit Jahren genau solche musikalischen Untergrundbewegungen nach außen bringt.
Der australische Soundtüftler Katalyst hat bereits seit Mitte der 90er Jahre viele verschiedene musikalische Projekte bearbeitet. Die Bereitschaft die Vielfalt aufzunehmen und damit etwas neues zu schaffen zeichnet ihn dabei aus. Sein NuBreak/BigBeat-Experimente fanden schon auf dem allseits beliebte „Dope on Plastic“- Compilation ihre Anerkennung. Gleichzeitig remixte und produzierte er für straigten HipHop für Gift of Gab (Blackalicious) oder die Combo Ugly Duckling. Für viele nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass er parallel dazu auch gerne mal Ausflüge in die Bereiche Dub/Ska/Rock (The Beautiful Girls) oder Neo/Future-Funk (Dynamo Productions) vornimmt. Das ist die Stärke des umtriebigen Multi-Instrumentalisten und Studioschrauber. Die Grenzen sind fließend und die Inspirationen stecken überall – man muss sie eben nur einfangen und umsetzen. Das haben sich schon viel, auch wirklich große Produzenten vorgenommen – umgesetzt haben es wenige. „What’s happening“ schafft genau durch diesen Aspekt zu überzeugen. Straighter HipHop besteht auf dem Debütalbum wie von selbst und ganz ohne Barrieren neben wunderschönen Reggae und Dub („Over & Over“), schweißtreibenden Funkbreaks („Say what you feel“), tiefgehendem 60s Soul („War“) oder einer jazzigen, zurückgelehnten 90s Rap-Hommage („Dedicated“). Das ganze ist so kompromisslos, liebevoll zusammengestellt und authentisch – dass man fast dazu neigt den Silberling gleich von vorn zu hören – und shit!. Das ist wirklich schon eine ganze Weile her, dass ein Album ein vergleichbares Potential ausgespuckt hat. Bei aller Liebe zu dem soliden aktuellen Output von Pete Rock. Dieser Aussi-Nerd bietet einfach geballte Vielfalt und Abwechslung auf einem ganz hohen Level. Dig This!

Peter Hagen

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