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Kenny Dope: Mixes P & P Records

Kenny Dope: Mixes P & P Records

Oliver Kahn forderte schon vor zwei Jahren von seinen unmotivierten Teamkollegen: ,,Wir brauchen Eier”. Kenny Dope fordert Tribut und Respekt. Wofür? Dafür dass er ein DJ ist, der wirklich noch mit den Turntables umgehen kann. Ein DJ der noch der alten Schule angehört, altes Vinyl sammelt und auflegt. Die Legende des Vinyls in verschiedenen Formen zelebriert. Zum einen veröffentlicht er auf seinem Rare-Groove-Imprint KAY DEE RECORDS blutigen Garagenfunk, welcher vorher einer größeren Masse an Hörern verborgen blieb. Zum anderen ist Kenny Dope immer noch ein DJ, für den es keine Grenzen gibt. Eklektisch sind seine Sets. Der Schmelztiegel überall zwischen Funk, Soul, Latin, House, Disco, Broken Beats und Brazil – hatte bei Dope, im Unterschied zu seinem MAW-Partner Louie Vega, seine Basis im HipHop. Das betont Dope auch immer wieder. Wenn wundert es da, dass Dope immer wieder zu genau diesem Ursprung zurückkehrt. Wer also seine Liebe im HipHop der 80er hat, perfekt mixen kann, eine delüxe Plattensammlung und Knowledge hat – wie Dope – wird früher oder später die Möglichkeiten haben, das alles zu kombinieren und es auch zu veröffentlichen. So hat sich Dope im Auftrag von Peter Brown, dem Kopf hinter dem etwas in Vergessenheit geratenen Harlemer Kultlabel, dem Katalog von P&P Records gewidmet. Dieser Mix sprüht vor Charme. Dope mixt wirklich in Perfektion, ohne Gebrüll wie man es auf vielen aktuellen Swaggerhiphopmixtapes kennt, (immer noch) sehr frischen Oldschool HipHop (Willi Wood Crew), glamouröse Discoperlen (Paper Dolls, Licky) und glitzernden Funk (Chain Reaction).

Hier bekommt man auf 26 Tracks einen Hammer nach dem anderen geliefert. Musikalischer Geschichtsunterricht: Gegen das Vergessen – einer wahnsinnig kreativen Ära in New York. Oder wie es die Gruppe Ahzz auf den Punkt bringt.” New York is moving”. Holt den PVC und den alten Adidas-Anzug (mit Schlag) aus dem Keller. FRRRREESH!

Peter Hagen (Jazzriots)

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