Die nächste Generation ist da. Und endlich zeigen mal HipHop-Künstler, dass nach Outkast’ „Speakerboxx / The Love Below“ und Dilla’s Tod das ganze noch weiter kreative nach vorne getrieben werden kann. „Land of make believe“ ist wohl das Album, dass Kanye West gerne seinen ersten zwei ideenreichen Alben nachgeschoben hätte. Kidz in the Hall ist definitiv die größte Bereicherung für das Duck Down Feld, das durchaus für Qualität steht, jedoch den Bezug zur aktuellen Generation etwas aus dem Auge verliert. Zeitlos-Faktor hin oder her, das Duo Doublo-O und Naledge bringen frische Farben auf die alten New Yorker-Boom-Bap-Tapete. Der ultrafrische, minimalistische „Fresh Academy“ steht dafür Pate und ist das Highlight eines abwechslungsreichen und ausgesprochen mutigen Albums. Diese Platte hat keine Probleme leicht und luftig das was mal als Hipster-Rap bezeichnet wurde mit ordentlich Popappeal und Rap-Skillz zu kreuzen. Man könnte schwören die Jungs haben nächtelang „College Dropout“ und „Speakerboxx“ gehört und sich mit den affinen Kollegen von The Knux darüber ausgetauscht wie man den Underground poppig und melodiös allen Heads mit ordentlich BOUNCE schmackhaft machen kann, wie das eben Big Boi und Andre3000 seit gefühlten hundert Jahren schon machen. Buckshot und Dru Ha, die Labelchefs, haben hier ein Näschen bewiesen und die Zeichen der Zeit nicht ignoriert. Und wenn Kid Cudi als der Spacecowboy des HipHop-Universums schon so gefeiert werden muss, dann sollte man höflicherweise und respektvoll diese Platte auch in den Jahreslisten für 2010 erwähnen. Das ist schon eine sehr runde Sache. Besonders die Brecher „Traffic“ und das ATLiens-Update 2.0 „Out to lunch“ sollten in diesem Frühjahr jede Bassbox massieren. Man kann sich nur ausmalen was hier noch alles passieren kann, wenn Goodie Mob oder E-40 zu einer Kollaboration anrufen bzw. was alles hier noch für doper Sound in Zukunft zu hören wird. Das Potential wurde hier bereits massig ausgeschöpft.
Peter Hagen