Die Presse spekulierte damals, vor allem in England, ob dem Lieblingsindependentlabel TruTroughts Records jene Künstler ausgehen, die einen so heftigen Eindruck hinterlassen, damit sie die Labelgeschichte sofort geprägt hatten. Alice Russell machte einen auf eigenes Label. Kylie Audlist wollte mehr Motown sein, als man bei Label wollte. Wo war die Sängerin, die die Sehnsucht stillte, eine Künstlerin zu haben die die Anmut einer Erykah Badu hatte, den Charme einer Ella Fitzgerald und der alten Jazzgezeiten verkörperte und dazu noch die Zukunft ausrief?! Future Funk und NuJazz sollte der Soundtrack sein, in den sich ihre Stimme nicht nur einbettet, sondern etwas Besonderes daraus fusionierte!
“Idle Forest Of Chit Chat” von der Sängerin Kinny zeigte für dieses Wunschdenken die besten Anzeichen und man setzt wohl auch weiter große Erwartungen in sie. Die illustre Produzentenschar aus dem TT-Umfeld sorgte für einen entsprechenden Soundteppich. Das Ergebnis war nicht das erwartete Erdbeben und die Ausrufung einer neuen Göttin – es war aber richtig gute Musik.
Und genau an diesem Punkt macht sie nun weiter mit dem neuen Album. Nach dem ersten Durchlauf kann man sogar behaupten, dass sie und ihre Musiker sich erstaunlich weiterentwickelt haben. Da ist Folk, Rock, Funk und eine ordentliche Portion Rhythm & Blues drin. Das neue Album wirkt auch leichter und ungezwungener als auf seinem Vorgänger. Das ist natürlich den Meinungsmachern auf der Insel (Gilles Peterson, Daddy G, Craig Charles) und etablierten Kräften wie Laurent Garnier oder Michael Rütten nicht verborgen geblieben und sie spielen die Nummern dieser Dame auch schon kräftig in den Radioshows – und wie man weiss, kommt man dort nur hin, wenn man etwas Eigenständiges und Besonders bereitstellt. Das ist Kinny und ihren Freunden vom britischen Indie-Label TruTroughts allemal gelungen.
Mit „The Love Cats“ versteckt sich auf diesem Album auch ein Future-Soul-Instant-Classic neben überragenden Nummern wie „Lost Baggage“ oder das berauschende „You from this sting“. Diese Album sollte nicht so leicht übergangen werden wie der Vorgängen. Dig this!
Text: Peter Parker