Kissey Asplund: Plethora
Review:
Von reiner Schönheit und Unbefangenheit war eine R&B-Platte schon lange nicht mehr. Zu sehr war man damit beschäftigt, gesellschaftlichen Standards, genauer: Chartsanpassungsfähigkeit und Mainstreamkriterien zu entsprechen. In keinem anderen Genre werden die Klischees so bedient wie im augenblicklichen R&B-Zirkus um Rihanna, R. Kelly und Co. Die Nähe zum Hip-Hop tat beiden Seiten auch schon besser als der 08/15-Stuff, der wöchentlich an die Oberfläche schwappt und von vielen Majors als Pop-Maschine ausgeschlachtet wird. Substanz oft bei Null. Kelis war hier lange eine Ausnahmeerscheinung – nicht nur weil sie musikalisch neue und mutigere Wege ging. Ihr progressiven und charakteristischen Kooperationen mit dem Produzententeam The Neptunes sind pure Pionierarbeit und bis heute selten erreicht. Vergleichbar auch die wirklich gelungenen, populären und auch oft imponierend experimentellen Timbaland-Entwürfe für Aaliyah (R.I.P.) Mitte der Neunziger. Die Pariser Produzentencrew Papa Jazz baute für die schwedische Sängerin Kissey Asplund jetzt ein futuristisches, eigenwilliges und schwer spaciges Album, das das Prädikat „Soul für übermorgen“ verdient. Spannend wabern die kosmischen Beats zwischen Hip-Hop und Broken Beats sowie zwischen Jazz- und Soul-Elementen. Mit Kissey’s Stimme im Mittelpunkt, versüßt sie eine kleine, wirklich unverhoffte Sensation. Hoffentlich wird man noch viel von der Dame aus Malmö und deren Komparsen aus Paris hören. Future classic.
Peter Hagen
Tracks:
- 01. Still the baddest (Intro)
- 02. Beam me up
- 03. Caos
- 04. You & I
- 05. Entrapped
- 06. Fuss 'n' fight
- 07. Hit me with medication
- 08. 6am
- 09. Another glass
- 10. Syntax error
- 11. Phone call
- 12. Work it out
- 13. With you
- 14. I'm out!!!
Releases:
- Kissey Asplund: Plethora, Audio CD, VÖ: 4. April 2008







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