Es ist schon erstaunlich was die beiden New Yorker DJs und Vinyljunkies, Kon & Amir, so machen. Selbst weltweit anerkannte Compiler, Sammler und Ikonen (die selbst einen Fundus an Schallplatten mit einer Anzahl im fünf bis sechsstelligen Bereich ihr Eigen nennen) wie Kenny Dope (Masters at Work) oder Gilles Peterson (BBC Worldwide) sprechen voller Ehrfurcht vor den beiden und ihrer Arbeit. Mark Ronson soll sogar gesagt haben, dass er nicht geglaubt hat, dass es noch unentdeckte Breaks gibt – als sie ihm genau diese vor die Nase hielten. Illustrierte Produzenten und Klangzauberer wie DJ Spinna oder Pete Rock fragen bei den beiden regelmäßig nach neuen Samplequellen. Das wirklich faszinierende daran, dass sich solche Geschichten wirklich Leute zur Promotion ausdenken und sie jedoch hier einfach wahr sind. Durch ihre in den 90ern veröffentlichte Mixtape-Reihe „On Track“ haben sie sich weltweit Freunde gemacht. Durch einen 5-Alben-Deal mit dem britische Vorzeige Indie BBE werden sie das nun auch großflächiger verbreiten können. Fast schon beängstigend ist es wie sie auch auf dem dritten Teil ihrer „Off Track“- Reihe mit unbekannten Vinylperlen jounglieren und sogar einen schmucken Mix daraus zaubern. Je eine Compilationsausgabe ist einem Borough von New York gewidmet. Auf „Brooklyn“ (Off Track III) nehmen sie den Hörer mit auf eine Reise. Da bekommt man funkigen und rohe Discoraritäten um die Ohren geschlagen, als hätte es in den 1970ern nix anderes gegeben. Faszinierend dabei ist, dass die Stücke die Brücke zwischen dem afrikanischen Fela Kuti-Virus und dem oft zu plakativen und seichten Discogeschwuchtel schlagen. Der größte Pluspunkt bei den Jungs ist, dass sie es stehts groovig halten. Wo Keb Darge schon mal zu sehr über die Strenge schlug, switchen diese Herren fast schon magisch zwischen tanzbarem Sound und dem Digger-Nerdtum. Das ist schlicht großartig.
Peter Hagen