Review

Krs One & Buckshot: Survival Skillz

Krs One & Buckshot: Survival Skillz

Review:

Nach wie vor ist Duck Down Records aus New York eine Institution der man bisher immer blind vertrauen konnte wenn es um traditionsorientierten HipHop ging. Nicht immer in den letzten 10 Jahren gehörte der klassische Trademark-Sound der Ostküste zu den beliebtesten Spielvariationen – untergegangen ist er nie. Hatte gerade Duck Down mit der Trilogie großen Anteil daran. Die in sich schlüssigen drei Werke von Sean Prise, der chemischen 9th Wonder & Buckshot-Kollaboration und der Rückkehr der alten Haudecken Smif-N-Wessun hielte man die Fackel im Fahrwasser des zeitgenössischen South-Hypes nach oben und ebnete den Weg für eine Generation von MCs und Produzenten die sich künstlerisch und inhaltlich auf das berufen was einst Blackmoon und Boogie Down Production in den Stein der Ewigkeit meißelten.

Oft wurde über den Untergang und die Auferstehung von HipHop von der Ostküste gesprochen und diskutiert. Man konnte sich an vielen Stellen nicht eingestehen, dass New York keine wirklich relevanten und vor allem keine zeitlosen Klassiker mehr ablieferte. Das Fehlen solcher Klassiker und der offensichtliche Mangel an Kreativität und Durchschlagskraft waren der Grund einer Misere – nicht der Sound einer neuen Generation, die lieber auf Synthie-Beats bouncte. „Get rich or die tryin“ hin oder her.

Die Boot Camp Clikk, das Herz von Duck Down, hatte auch seine besseren und schlechteren Phasen – aber immer einen Kreis an treuen Fans. Diese Anhänger und die Fans von gutem HipHop werden sich über die Partnerschaft zwischen dem Altmeister und Teacher KRS 1 und dem Blackmoon-Spezi Buckshot freuen. Bei der Ankündigung zur gemeinsamen Platte bekam so manch selbst ausgerufener Backpack-Jünger ein feuchtes Höschen. Die Erwartungen der alten Headz waren natürlich sehr hoch.

„Robot“ die erste von Havoc produzierte Singleauskopplung war ein dicker Teaser für das Album. Inhaltlich mit einer starken Ansage und gewohnt starken Raps der Altmeister auf dessen Verdienste für HipHop man eigentlich nicht mehr hier eingehen muss. Referenzen rechtfertigen nicht gute Alben – es geht weiterhin um Skillz. Damit geizen beiden MCs hier nicht und es fehlt „Survival Skillz“ nicht an lyrischer Tiefe und Ausgewogenheit.

Die beiden haben verstanden um was es im HipHop geht und wie sie mit diesem Album nicht in die Falle treten in die kongeniale Kollegen mit ihren Comeback-Versuchen gnadenlos verloren gingen. Sehr sicher wären ein Santigold-Feature und ein Diplo-Hybriden-Beat in Kombination mit diesen MCs interessant geworden und hätte die Ravekids darauf aufmerksam gemacht, aber sinnvoller erscheint letztlich das hier umgesetzte Konzept. Beide MCs spielen ihre Stärken aus und schlagen mit den Beats von Marco Polo, Illmind, Khrysis, Black Milk oder Nottz eine Brücke zu der Generation die sich am alten Material der Helden orientiert und daraus einen traditionsbewussten, jedoch nicht langweiligen Sound baut. Wie die Retrofalle aussehen kann zeigen die jüngen Entwürfe der einst mächtigen Brand Nubian-Jünger. Solange aber Tracks wie „Running away“ (mit Immortal Technique) oder „Amazing“ (mit Sean Prise) in solchen Prozessen entstehen ist HipHop immer noch groß und macht „Survival Skillz“ zu einem Pflichtkauf für HipHop-Headz.

Peter Hagen

KRS talks 1993 from Gasface on Vimeo.


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