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Japan with Love

Japan with Love

Eine Jazzszene in Japan gab es schon in den wilden 60ern. Spiritual, frei und experimental. Leider ist diese Szene in Europa & den USA nie besonders beachtet worden. Dass so etwas nicht noch mal passieren sollte – dachten sich die Gebrüder Shuya & Yoshihiro Okino dem mit viel Passion (Plattensammeln & Auflegen) und Fleiss (Produzieren & Schreiben) entgegen zu wirken. Das Ergebnis ist imposant und heisst schlicht weg nach ihrer Heimatstadt und Idee benannt: Kyoto Jazz Massive. Sie selbst werden heute als absolute Szeneikonen von allen Seiten mit Respektzollungen überschüttet. Dass aber auch ausserhalb von Japan von ihrem Treiben wohlwollend Kenntnis genommen wird, kann man nicht nur ihren DJ-Skills anrechnen. Ihre Remixes (für u.a. UFO, Nicola Conte, Jazzanova) und eigenen Produktionen, die selbst als simple “jazzy vibes” bezeichnen, bestechen seit über 10 Jahren aus der Fusion von Broken Beats, Brazil & House. Das eklektische Sounduniversum scheint irgendwie auf die Jungs gewartet zu haben. Ihre Produktionen erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit in der kompletten Szene. Das 2002 veröffentlichte KJM-Album “Spirit of the sun” könnte man vielleicht sogar als letztes grosses Freistilalbum auf Compost Records erwähnen, bevor deren Marschrichtung mehr ins elektroide & technoide ging. Nun hat sich seit Anfang der 90er Jahre einiges an exklusivem Material angesammelt. Zum “10th Anniversay” kommen die Fans eine Compilation der besonderen Art geboten. Bekanntes & Legendäres treffen auf Coverversionen und Tribute. Kenny Dope & Quantic remixten zwei KMJ-Klassiker. Die West-London-Broken-Beat-Mafia (Domu, Afronaught, Dego, Kaidi) covern zollen mit ihren Tracks dem umtriebigen Duo ihre Art von Respekt. Wirklich interessant und teil auch sehr innovativ sind die Coverversionen von befreundeten Musikern & Produzenten. Sleepwalker macht sich ziemlich frei über den KJM-Klassiker “Eclipse” her während Jazztronik & Monday Michiru mit ihrer Mischung aus viel Jazz & Kreativität neue Kostüme um die Originale werfen. DJ Mitsu & Louie Vega (MAW) lehnen sich da nicht so weit aus dem Fenster und bieten (hochwertig) Durchschnittskost.

Die Doppel-Cd “10th Anniversay” gibt mehr als nur eine Werkschau, auf dass was in Japan durch KJM bewegt wurde. Grossartige und teilweise wirklich zeitlose, jazzbeeinflusste Clubtunes. Dig this.

Peter Hagen / Jazzriots

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