Review

Laura Vane & The Vipertones: Dito

Laura Vane & The Vipertones: Dito

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Die Geschichte der starken Frauen im Bereich Soul & Funk geht weiter. Nachdem die neue Bewegung an authentischer Funk und Soul-Klängen mit Sharon Jones (Dap-Kings), Alice Russell (QSO) und Mayka Edjo (The Sweet Vandals) drei charismatische Frontfrauen als Aushängeschilder fungieren, kommt schon die Nächste hinterher.

Aber das ist eigentlich so nicht ganz richtig. Die britische Soulröhre Laura Vane ist schon einige Zeit im Musikgeschäft tätig und hat bereits mit illustrierte Produzenten und Künstlern wie MJ Cole, Gnarls Barkley, Mike Skinner oder Robbie Rivera für deren (Dance-)Projekte gearbeitet und ihre Stimme geliehen. Nun ist sie jedoch zu der rohen Form des Rhythm & Blues gekommen und überzeugt mit ihrem intensiven Auftreten so, dass man meinen könnte sie hätte die letzten 10 Jahre nix anderes gemacht.

Vier Alben hat die Dame mittlerweile veröffentlicht, durch die ihr immer wieder die Vergleiche mit Größen wie Etta James zugeordnet wurde. Auch wenn James James ist und Vane Vane kann man durchaus eine Parallele in der Passion in den Stimmen der Damen hören. Dort wo auf ihren Solowerken der Soulfaktor etwas dem Pop und Jazz wich, wird er in Kombination mit The Vipertones voll ausgefahren.

Wie auch bei den anderen bereits angeführten Damen ist es nicht nur ihre einzigartige Stimme sondern ihre quirlige Persönlichkeit die ihren Beitrag zum Album zu etwas Besonderem machen. Kraftvoller wirkt ihr Gesang in Zusammenarbeit mit den Funk-erprobten Musikern Jonathan Radford (Diesler), Phil Martin (Jazzinvators) und Tom Van der Kolk (Soul Snatchers). Unter dem Banner AIFF haben diese Jungs bereits vor einigen Jahren für Aufregung sorgen können und gezeigt dass sie alte Schule genauso gut wie die modernen Interpretationen perfekt beherrschen.

Was sie Live auf der Bühne schon u.a. beim „Unique Soul Weekender“ im Köln oder auf dem iJazz-Fevival angekündigt haben, bestätigt sich jetzt auf dem Album. Dank Amy Winehouse und Duffy wurde das Interesse an guter Musik auch teilweise im Mainstream wieder geweckt. Man darf blind darauf vertrauen beim Kauf dieses Album dass man alles richtig macht und Laura mit ihrer Gang nahtlos das weitermacht, was Amy vor drei Jahren großflächig losgetreten hat. Miss Vane hat absolut das Potential dazu. Monströse Songs wie „Steam“ oder „Roof off“ sind für schweißtreibende Deep-Funk Partys geschmiedet worden und sind kleine, knackige Hits. Das die Dame auch großartige Musik schreiben kann darf man an dem etwas ruhigeren Stück „No Words“ bestaunen, was durch das einfühlsame „So much love“ noch mal getoppt wird. Das Energiebündel aus Brighton weiss genau ihr Selbstbewusst sein und Sexappeal einzubringen („You give me what I want“) und unterstreicht so noch mal ihre Persönlichkeit als autarke Künstlerin die gehört werden will.

Peter Hagen


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