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Lee Everton: Inner Exile

Lee Everton: Inner Exile

Oft genug bekommt man Pressetexte die das “Produkt” einfach nur verkaufen wollen. Utopische Beschreibungen des Künstlers werden angepriesen. Meistens kann man fast schon darüber schmunzeln, welcher ,,noch nicht entdeckte Next level Shit” hier wieder am Start ist.

Lässt man dann die Musik aus dem CD-Player sprechen – kommt oft ein erwartetes Aufatmen. Man wird bestätigt, nicht ,,hinterm Mond gelebt” zu haben und keinen nächsten Superstar übersehen zu haben bzw. die innovativsten Sounds nicht entdeckt zu haben.

Aber bleiben wir beim Alltagsgeschäft. Bei einer Flut von Promos wirklich nicht akzeptabler, künstlerischen Qualität und Anspruch – schreit das musikjournalistische Herz laut ,,Grüzi Jamaika” wenn es so was wie Lee Everton zu hören bekommt. Und es schreit noch lauter, wenn sie tatsächlich Worte wie ,,his Reggae has the warmth of a cup of tea and a taste you’ve never known before” bestätigen. Der in Zürich lebende Songschreiber hat den Reggae früh für sich entdeckt. Dazu hat er mit der etablierten Songwriterin Penny Framstad in L.A.gearbeitet. Diese Zutaten führten zu seinem erstaunlichen Debütalbum ,,Inner Exile”. Hier hat er den Charme (und auch teilweise die Stimme) vom großen Van Morrison. Das hört man sofort. Das ist auch alles andere als störend – mehr positiv überraschend. Hier gibt’s feinfühliger, teils melancholischer Roots-Reggae mit Blues. Bitte, bitte mehr davon.

Peter Hagen (Jazzriots)

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