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Little Brother: Leftback

Little Brother: Leftback

Little Brother, das Duo aus North Carolina hat eines bewiesen: Mit Qualitätsmusik kann man sich eine weltweite Fangemeinde erspielen. Labelquerellen hin, der Ausstieg von Produzent 9th Wonder her – diese Herren haben mit frischen Wind in eine oft sich wiederholende Retro-Sause gebracht, die nicht immer spannend, ja oft sogar langweilig wurde. Während die musikalischen Innovationen von Herrn Timbaland oder den Neptunes die Runde machten und Clubs eroberten bekam der Backpack-Rap ein Comeback verpasst. Mit ihrem Debüt „The Listening“ und dem Nachfolger „The Minstrel Show“ holten sie die Nostalgie für diejenigen
Unter den Heads zurück, die ihr Genreherz an De la Soul, ATCQ und Pete Rock verloren hatten und sich oft schwer taten mit den modernen Entwürfen die mehr für Charts und Clubs gebaut waren. Phonte und Big Pooh konnte mit ihren Lyrics etwas zurückholen – ohne einen Reminiszenz-Wahnsinn der Art „Früher war alles besser“ loszueisen. Währen die Beats elektronischer und poporientierter wurden, hatten die beiden mit 9th Wonder jemanden in der Rückhand der für den passenden Sound sorgte. Boom Bap der klassischen Marke und vor allem durch und durch Soul durchtränkt. Kanye West hin oder her, war das Anfang der 2000er sehr mutig. Dieser Mut wurde mit viel Liebe der Fans honoriert. Nun waren immer wieder Trennungs- bzw. Auflösungsgerüchte zu hören und zu lesen. Auf „Get back“, dem Vorgängeralbum standen solche Aussagen in der Blogosphäre zu disposition – das hat das Duo inzwischen nicht daran gehindert gute HipHop-Musik abzuliefern. Viele Fans befürchteten das Besondere dieser Gruppe würde ohne die soulful Beats von 9th Wonder nicht funktionieren – diese Angst war unberechtigt. Es tut ihnen hörbar gut, dass sie neue Produzenten hinzuzogen. Auf ihrem neuen Werk bringt das richtig frischen Wind. So gehört „24“ mit dem NYC-Rookie Torae zu einem der dynamischsten Stücken Rap das man bisher in diesem Jahr hören durfte. Die wahre Stärke der kleinen Brüder der Native Tongues liegt in ihrem Songwriting. Unschlagbar und immer noch top notch was sie auf Songs wie „Second chances“ oder „What we are“ abliefern – davon gibt es im aktuellen US-Rapspiel nicht viele die hier mithalten können.

Peter Hagen

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