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Looptroop: Professional Dreamers

Looptroop: Professional Dreamers

“Ambush in the night” und “Off the records” sind wohl die Independent-HipHop-Bretter für die Ewigkeit und haben mindestens den selben Stellenwert wie “Worst comes to worst“ oder „D & D Soundclash“ – daran besteht kein Zweifel. Verantwortlich für diese Kulturhighlights der End-90er und Anfang-00er waren die Schweden von Looptroop. Es gibt wenige HipHop-Formationen auf die sich scheinbar die ganze Erde einigen kann. Die Skandinavier Cosmic, Supreme, Embee und Promoe haben es mit einer sehr authentischen Art und Weise geschafft komplett autark über all die Jahre zu bleiben und sich als Künstler frei von Marktkonventionen zu entwickeln. Looptroop stand schon immer für Qualität.

Nach über zwei Dekaden im Spiel ist es etwas ruhiger um die fantastischen Vieren aus dem Norden geworden. Sie kümmerten sich um ihre Soloalben und experimentierten viel. Gerade Promoe konnte mit seinen Alleingängen sehr viele Props einfahren – doch die Fans warteten auf die Gesamtkunst. Dieses geforderte Gemeinschaftswerk steht nun an. „Professional Dreamers“ ist aber nicht das, auf das alle gewartet haben. Als sich die Gruppierung um 1998 mit dem Label David vs. Goliath selbstständig machte und ihre Standpunkte autonom manifestierten, war es klar, dass sie sich der Stagnation ihres eigenen Schaffens irgendwann entziehen müssen – nicht nur durch die Solojoints. Hört man Songs wie „Blow me away“, „On Repeat“ oder „El Clasico“ weisst man sofort, dass die Hardcorefans die Nase angewidert rümpfen werden. Doch Looptroop ist immer, und egal wie modern modifiziert, eben im Kern diese dynamische ansteckenden, passionierten Rapheads die auf jedes System kacken und ihre Kultur feiern. Offensichtlich haben sie sich tief in den englischen Untergrund zurückgezogen um Inspiration zu bekommen. Vielleicht haben sie mit DJ Vadim gesoffen und mit Skream, Diplo oder A-Trak gechillt. Den der neue Soundrahmen hat mit Boom Bap nichts mehr am Hut. Und wer sich darauf einlässt wird das genauso wie „Long Distanz Runner“ feiern bis zum geht nicht mehr und auf den grandiosen Clubbanger „Any day“ bouncen. Die Befürchtung hier gäbe es ein weiteres gehirn- und seelenloses HipPop-Opfer mit Electro-Affinität (wie die Black Eyed Peas) ist unberechtigt. Das hier ist stark. Sehr stark.

Peter Hagen

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