Schon als kleiner Junge in Caracas in Venezuela war Luisito Quintero von afro-kubanischer und vor allem ansteckender südamerikanischer Musik umgeben. Der Rhythmus liegt den Quinteros im Blut. So bekam er von Onkel, Vater und Cousin die Beats nur so um die Ohren geprasselt. Es kam wie es kommen musste. Luisito trat mit Leichtigkeit und späterer Überlegenheit in die Tradition der Familie. Sein Talent und seine Liebe zur (perkussiven) Musik brachte ihm bald ein Platz im begehrten und renommierten Symphonieorchester Venezuela. Das ist jedoch nur der Anfang einer wirklichen Traumkarriere.
Als er nach New York immigrierte um seine musikalischen Visionen voran zutreiben, sollte er alsbald mit der Creme de la creme der Musikszene zusammenarbeiten. Anfangs arbeitete er mit Latinjazz-Legenden wie Willie Colon, Eddie Palmeri und Tito Puente sowie der König dieses Genres, Celia Cruz. Die Fusionen mit Funk, Jazz, Salsa oderAfrican Grooves folgten. Zusammenarbeiten mit George Benson, Herbie Hancock, Ravi Coltrane oder Toshiko Akiyoshi machten ihn zu einem hoch angesehenen Perkussionist. Auch mit Popkünstlern wie Gloria Estefan oder Marc Anthony konnte er in den letzten Jahren spielen. Nicht zufällig engagierte ihn Überproduzent Louie Vega (Masters at Work) für seine Nuyorkian Soul-Klassiker. Diese Verbindung war so fruchtbar und kreativ, das Quintero und Vega das wundervolle Debüt ,,Percussion Madness” 2006 verwirklichten. Hier fusionierten die Trommelexkursionen des einen Meisters mit den harmonischen Dance-Entwürfen des anderen. Die Liebe zu Afrika und Lateinamerikanischen Rhythmen schmolzen freudig mit den jazzy-housigen Klangwelten zu einem feinen Soundkosmos auf einer sehr eklektischen Ebene zusammen. Nun gibt es also Nachschlag der beiden. Auf ,,Percussion Madness Revisted” wird das ganze noch mal, etwas tanzbarer, aufgewärmt. Das gibt es 9 Louie Vega Remixes und einen Nicola Conte-Rework von neuem sowie bereits bekanntem Material. ,,Music for Gong Gong” (im Originalen von Osibisa) wird auf Ibiza’s Partyfloors bereits euphorisch gefeiert und ist wie ,,Gbagada Gbagada” einer von vielen deepen, sehr beseelten Floorfiller der ganz besonderen Art. Der Sommer in Deutschland ist ins Wasser gefallen – das ist ein kleiner, aber ansteckender Ersatz.
Peter Hagen (Jazzriots)