Review

Louie Vega Presents Luisito Quintero Percussion Madness

Percussion Madness

Als im Jahr 1996 das Produktionsteam “Masters at Work” aus New York beschlossen ihr neustes Projekt “Nuyorican Soul” zu veröffentlichen – überschlugen sich die Kritiker und DJs voll des Lobes für die einzigartige Mischung bei der aus Jazz, Latin-Grooves & Afrobeat auf HipHop, Disco und House Beats stießen. Perkussive Latinrhythmen in der Tradition von Ray Baretto & Tito Puente sollten in einer Formel der Neuzeit mit den modernen Clubtunes verschmelzen und eine neue Hörerschaft finden. Kenny “Dope” Gonzalez und Little Louie Vega schuffen so ein Meisterwerk – dass allein schon mit der Besetzung protzen konnte, wie kaum ein anderes Werk. Soulikone Jocelyn Brown, Jazz-Freigeist Roy Ayers, HipHop Kult-DJ Jazzy Jeff, Altmeister George Benson – Sie alle teilten sofort auf Anfrage der MAW-Genies deren Euphorie und wurden ein Teil dieser bis heute unerreichten Platte – die die Schmach von Acidjazz und sonstigen Fusion-Auswüchse auf die billigen Plätze verwies. Ein Name wurde damals nicht so gefeiert – ja man könnte sagen, dieser Name ist gänzlich zwischen all den grossen Künstlern untergegangen – obwohl er auch seinen massgeblichen Anteil an dieser Platte hatte. Luisto Quintero – ein hochtalentierter Muti-Instrumentalist aus Venezuela. Die Latin-Legende Tito Puente, bei dem Quintero auch schon spielte, bezeichnet ihn als “R.B.A” – Respected by all. Das sind nicht die einzigen Lobpreisungen von höchster Stelle. Alle Künstler mit oder bei denen Quintero jemals spielte oder produzierte sind voller Bewunderung. Gloria Estefan, Jack Dejonette oder Herbie Hancock gehören hier zu den prominentesten Namen. Das Genius und die musikalische Vielseitigkeit von Quintero machte sich vor allem Louie Vega für die Live-World-Tour von “Nuyorican Soul” und seine open minded Dance-produktionen untertan. Jazz, Bossa Nova, Afrobeat, Cuban-Latin…das Schaffensfeld von Quintero scheint keine Grenzen zu kennen.

Auf “Percussion Madness”, seinem neuen Album, in Kooperation mit Louie Vega, gibt es genauso wenig Grenzen. Die Neuauflagen und Neuinterpretationen von Klassikern von Szenekultfiguren wie Tito Puente und Fela Kuti sind voller Energie und eigenem Charakter. Reinste Percussion-Feuerwerke brennen in Kombination mit der Routine eines Mr.Vega mit viel Fingerspitzengefühl das ganze hier und da ein bisschen Clubtauglichkeit zu geben. Für eine bisschen Gesang sorgen dann Freunde aus dem MAW-Dunstkreis wie Goldkehlchen Anane, Latinjazzgrösse Hilton Ruiz, das Riesentalent Francis Mbappe sowie die Soulbrothers von Blaze.

Diese Platte steht für einen heissen Sommer aus schweißtreibende, rhythmische Energie der sich niemand entziehen wird.

Peter Hagen / Jazzriots

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